Gewalt vor erster Sitzung des neuen Parlaments

19. Dezember 2005, 10:25
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Angriff mutmaßlicher radikalislamischer Rebellen - Drei Polizisten getötet

Kabul - Vor der ersten Sitzung des neuen afghanischen Parlaments an diesem Montag sind bei einem Angriff mutmaßlicher radikalislamischer Taliban-Rebellen drei Polizisten getötet worden. Bei dem Zusammenstoß in der südafghanischen Provinz Sabul in der Nacht zum Sonntag seien auch ein Angreifer erschossen und ein weiterer verletzt worden, meldete die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok unter Berufung auf die Polizei.

Anschlag verhindert

In der ostafghanischen Provinz Nangarhar hätten Sicherheitskräfte einen Anschlag verhindert, berichtete Pajhwok weiter. Ein Mann sei am Sonntag festgenommen worden, als er eine Bombe an einem Tanklaster anbringen wollte. Bei einem Angriff mutmaßlicher Taliban-Kämpfer auf eine Schule seien am Samstag in der südafghanischen Provinz Helmand ein Schüler und ein Wachmann getötet worden.

Eröffnungssitzung

Im Beisein von US-Vizepräsident Dick Cheney kommt an diesem Montag in der Hauptstadt Kabul erstmals seit mehr als 30 Jahren wieder das afghanische Parlament zusammen. Bei der Eröffnungssitzung sprechen der frühere König Zahir Schah, der nach der neuen Verfassung den Titel Vater der Nation trägt, und der afghanische Präsident Hamid Karzai zu den 249 Abgeordneten. Die Parlamentswahl am 18. September war die erste in Afghanistan seit 1969.

Zusammensetzung der Volksvertretung

Parteien waren nicht zur Wahl zugelassen. Die Bewerber traten als unabhängige Kandidaten an. Eine Aussage über mögliche Mehrheiten ist daher nicht möglich. Die Zusammensetzung der Volksvertretung gilt als explosiv. Unter den Abgeordneten sind Mudjaheddin, die gegen die russischen Besatzer kämpften, Funktionäre des damals von Moskau gestützten Kabuler Regimes und Kriegsherren. Auch frühere Angehörige der Ende 2001 gestürzten radikalislamischen Taliban wurden gewählt.

Dem neuen Parlament gehören gemäß den für sie reservierten Sitzen 68 Frauen an. Internationale Wahlbeobachter hatten die Wahl als überwiegend frei und fair bewertet. (APA/dpa/Reuters)

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