Netanyahu fordert "geeinte und starke" Partei

18. Dezember 2005, 19:30
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Ex-Regierungschef rechnet mit knapper Urabstimmung über Likud-Vorsitz

Jerusalem - Der ehemalige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu rechnet mit einem knappen Ausgang der für Montag geplanten Urabstimmung über den Vorsitz der Likud-Partei, in der er selbst gegen Außenminister Silvan Schalom kandidiert. "Die Schlacht mit Silvan Schalom wird eng", sagte Netanyahu am Sonntag im israelischen Radio. Zugleich betonte er, dass die Likud-Partei unbedingt "geeint und stark" bleiben müsse.

Vertraute Netanyahus ließen nach Angaben des Senders verlauten, der Ex-Regierungschef befürchte, dass sich die Likud-Partei unter dem Vorsitz seines Rivalen Schalom in eine "Unterabteilung" und einen Koalitionspartner der von Ministerpräsident Ariel Sharon neu gegründeten Zentrumspartei Kadima verwandeln werde.

Umfragen

Als Reaktion auf die Aussage Netanyahus sagte Shalom im Rundfunk, er bedaure, dass dieser den Kopf verliere. Schalom gilt als moderater Politiker, seit er den Rückzug Israels aus dem Gazastreifen im September unterstützte. Über Netanjahu sagen Kenner der politischen Landschaft Israels hingegen, die Likud-Partei könne unter seiner Führung stark nach rechts abdriften.

Umfragen zufolge würde die Likud-Partei bei einer Wahl derzeit nur etwa ein Dutzend Parlamentssitze erhalten. Bei der vergangenen Wahl kam die Partei auf 38 Mandate. Sharons Kadima-Partei werden in Umfragen rund 40 Sitze prognostiziert. (APA/AFP)

Zu der Abstimmung am Montag sind fast 130.000 Likud-Mitglieder in ganz Israel aufgerufen. Neben Netanyahu und Shalom treten noch zwei Außenseiterkandidaten an. Sollte keiner der Bewerber um den Parteivorsitz im ersten Wahlgang mindestens 40 Prozent der Stimmen erhalten, soll eine Woche später eine zweite Abstimmung stattfinden.
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