Erster Saisonsieg für Dorfmeister

21. Dezember 2005, 10:19
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Weltcup-Leaderin siegte im Super G in Val d'Isere - Meissnitzer komplet­tierte ÖSV-Doppelerfolg - Kanadierin Brydon wurde Dritte

Val d'Isere - Österreichs Ski-Damen dominieren weiter im Super G: Michaela Dorfmeister gewann am Sonntag in Val d'Isere klar vor ihrer ÖSV-Teamkollegin Alexandra Meissnitzer (+0,49 Sek.) und baute mit dem ersten Saisonsieg ihre Führung im Gesamt-Weltcup aus. 66 Punkte beträgt der Vorsprung der 32-jährigen Niederösterreicherin nach dem neunten Rennen auf "Meisi", die in Frankreich ihre vierte Podestplatzierung im Olympia-Winter verzeichnete.

Genugtuung für Dorfmeister

Für Dorfmeister war es sogar bereits die fünfte, doch nach jeweils zwei zweiten und dritten Plätzen klappte es in Frankreich nun mit dem überfälligen Triumph. "Ich bin sehr glücklich. Das war die Revanche für das Chaos-Rennen am Samstag", betonte die Ex-Weltmeisterin, die nicht einmal 24 Stunden zuvor in der von Schlechtwetter stark beeinträchtigten Abfahrt nur Achte geworden und damit erstmals in dieser Saison in einem Speed-Rennen nicht auf dem Stockerl gelandet war.

Doch im Super G schlug Dorfmeister eindrucksvoll zurück. Während die meisten anderen Läuferinnen mit höheren Nummern, u.a. auch die Steirerin Renate Götschl (27.), die Salzburgerin Andrea Fischbacher (15.) oder Weltmeisterin Anja Pärson aus Schweden (13.), vor allem mit dem weicheren unteren Teil so ihre Probleme hatten, erwischte die Weltcup-Spitzenreiterin einen Traumlauf.

Kein Erfolgsgeheimnis

"Das war eine gewaltige Fahrt", gestand Dorfmeister nach dem bereits 22. Weltcupsieg ihrer Karriere, dem achten im Super G. "Schon wie ich am Start gestanden bin, habe ich im Blut gespürt, dass ich heute gewinnen kann." Zu ihrem Erfolgsgeheimnis konnte die Gewinnerin nichts sagen. "Warum es so gut läuft? Keine Ahnung, es läuft einfach!"

Meissnitzer, die noch immer auf der Suche nach einem Helmsponsor ist, war ebenfalls überglücklich, dass sie nach ihrem dritten Abfahrtsplatz erneut den Sprung aufs Stockerl schaffte. "Ich freue mich über meine Konstanz in den Speed-Disziplinen", erklärte die Abtenauerin.

Brave Meissnitzer

Die 32-jährige Lake-Louise-Siegerin wusste aber, wo sie die 49/100 auf Dorfmeister verloren hatte. "Im unteren Teil bin ich fast zu brav gefahren. Doch das ist nicht tragisch, ich freue mich trotzdem sehr. Hier in Val d'Isere habe ich vor zehn Jahren meine ersten Weltcup-Rennen bestritten, und heute bin ich noch immer in der Weltspitze dabei!"

Die Kanadierin Emily Brydon komplettierte als Dritte das Podest. Für die 25-Jährige aus British Columbia war es der erste Stockerlplatz im Super G und der insgesamt dritte, nach der Abfahrt 2000 in St. Moritz und der Super-Kombination 2005 in San Sicario, wo sie ebenfalls jeweils Dritte geworden war.

Görgl nicht am Start

Elisabeth Görgl, die bereits auf die Abfahrt verzichtet hatte, war im Super G nicht am Start. Die Steirerin laboriert an einer Blessur des Syndesmosebandes im linken Bein, eine genaue Untersuchung am Montag soll klären, ob Görgl noch länger pausieren muss. Auch für die am Samstag in der Abfahrt schwer gestürzte Karin Blaser schlägt am Montag die Stunde der Wahrheit. Die Steirerin hat laut erster Diagnose eine Innenmeniskusverletzung im linken Knie erlitten hat. (APA)

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    "Ich bin sehr glücklich"

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