Tauernautobahn in Salzburg wegen Lawinensprengung gesperrt

18. Dezember 2005, 21:25
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Eine Raketenwerferanlage zündete nicht - Verkehrssituation beruhigt - Geisterfahrt auf A10 bei Kuchl verlief glimpflich

Salzburg - Trotz tiefwinterlicher Straßenverhältnisse und Schneefahrbahnen hat sich die Verkehrssituation auf Salzburgs Straßen am Sonntag beruhigt. Wegen einer Lawinensprengung wurde die Tauernautobahn A10 im Salzburger Pongau bei Flachauwinkel ab 8.15 Uhr für eine halbe Stunde lang in beiden Richtungen gesperrt. Erstmals kam die von der Asfinag installierte Raketenwerferanlage zum Einsatz. In den Bergen herrschte weiterhin große Lawinengefahr.

Geisterfahrt averlief glimpflich

Auf Grund des Fahrverbotes für Schwerfahrzeuge blieb ein Verkehrschaos durch hängen geblieben Lastwagen wie am Freitag auf der Tauernautobahn aus. Zu Unfällen mit Verletzten war es in der Nacht auf Sonntag laut Polizei nicht gekommen. Glimpflich verlief ein Unfall mit anschließender Geisterfahrt bei Kuchl (Tennegnaug) in Fahrtrichtung Villach. Ein Kleinbus mit schwerem Anhänger, der nur mit Sommerreifen ausgerüstet war, geriet ins Schleudern, prallte gegen die Betonmittelleitschiene und kam gegen die Fahrtrichtung zum Stillstand.

Weil der 35-jährige Lenker aus Platzgründen nicht wenden konnte, fuhr er am Pannenstreifen rund 2,8 Kilometer als Geisterfahrer zum nächsten Parkplatz. Dort wendete er das Kraftwagengespann und setzte seine Fahrt in Richtung Italien fort. Da er es verabsäumt hatte, die Polizei zu informieren und an elf Notrufsäulen sowie der Autbahnraststation Golling vorbeigefahren war, wird der Lenker angezeigt.

Lawinensprengung

Die Lawinensprengung vor dem Nordportal des Tauerntunnels durch die neue Raketenwerferanlage verlief am Sonntagvormittag nicht ganz nach Plan. "Die Zündung einer der beiden Anlagen hat nicht funktioniert, sie wird technisch überprüft. Die Sprengung des Schneebrettes von der zweiten Anlage aus verlief problemlos. Es herrscht keine Lawinengefahr mehr", erklärte Asfinag-Sprecher Harald Dirnbacher der APA. Um eine stundenlange Sperre der Autobahn zu vermeiden, ließ die Asfinag im Herbst so genannte "Lawinenwächter" errichten. Auf zwei Masten sind insgesamt 30 Sprengladungen angebracht. Aus der Autobahnmeisterei Flachau wird über Funk ein Signal für den Abschuss ausgesendet. Der Einsatz eines Hubschraubers ist nicht mehr notwendig.

Warmfront

"Der große Schneefall ist vorbei", prophezeite Alexander Ohms von der Wetterdienststelle Salzburg. In den kommenden zwei Nächten fällt in den Bergen noch noch jeweils 15 Zentimeter Neuschnee. Untertags wird es in Salzburg nur noch unergiebig schneien. Von Freitag bis Sonntag gab es in den Nordalpen bis über einen Meter Neuschnee, in den Tauern einen halben Meter. Bis Weihnachten wird es wechselhaft bleiben, für Freitag kündigte der Meteorologe eine Warmfront an. In den tiefen Lagen könnte es regnen. "Weiße Weihnachten sind in Salzburg aber sehr wahrscheinlich."

Wegen Lawinengefahr gesperrt blieben die B 165, die Gerlos-Straße zwischen dem Gasthof Ronach und dem Rankental sowie die L 110, die Hirschbichl-Straße zwischen Weißenbach und Hirschbichl. Auf zahlreichen Gebirgsstraßen herrschte für alle Fahrzeuge Schneekettenpflicht, unter anderem auf der Katschberg-Straße B99 und der Mühlbacher-Straße B164 in Richtung Dienten. (APA)

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