UNO: Verfassungsbefürworter führen bei Referendum

21. Dezember 2005, 08:18
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Stimmenauszählung erst angelaufen UN: Hohe Wahlbeteiligung - Abstimmung über neue Machtteilung zwischen Präsident und Regierung

Kinshasa - Beim Verfassungsreferendum in der Demokratischen Republik Kongo deutet sich nach Angaben der Vereinten Nationen ein Sieg der Befürworter an. Bisher seien allerdings nur drei Prozent der Stimmen ausgezählt, hieß es am Dienstag im UNO-Radiosender "Okapi". Die Wahlkommission des zentralafrikanischen Landes lehnt es bisher ab, einen Trend zu veröffentlichen. Beobachter gehen davon aus, dass es noch Tage dauern kann, bis die Ergebnisse aus allen 40.000 Wahllokalen vorliegen. Die Demokratische Republik Kongo (vormals Zaire) hat etwa die Größe Westeuropas und verfügt kaum über eine elementare Infrastruktur.

Rund 25 Millionen Bürger waren Sonntag und Montag aufgerufen, über die neue Verfassung abzustimmen. Sie soll einen Schlussstrich ziehen unter den jahrelangen Bürgerkrieg, bei dem fast vier Millionen Menschen ums Leben kamen. Im kommenden Jahr sind Regional-, Parlaments- und Präsidentenwahlen geplant. Präsident Joseph Kabila hatte die Bevölkerung um ein Ja-Votum gebeten. Das Referendum galt als erste demokratische Abstimmung überhaupt in der vor viereinhalb Jahrzehnten unabhängig gewordenen früheren belgischen Kolonie. Nur vereinzelt war es zu Gewalt gekommen. Allerdings wurde mehrfach über eine Einschüchterung von Verfassungsgegnern geklagt. (APA/Reuters)

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    Wie geht das mit dem Abstimmen? Spezielle Poster, herausgegeben von der Wahlkommission der Demokratischer Republik Kongo, sollen dafür sorgen, dass auch Analphabeten ihre Stimme abgeben können.

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