HP unterstützt beide Fronten im DVD-Formatstreit

27. Dezember 2005, 11:12
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Hewlett-Packard will HD DVD Promotion-Group beitreten

Hewlett-Packard (HP) will künftig HD DVD und Blu-ray, beide Formate, die um den nächsten DVD-Standard wetteifern, unterstützen. Bislang war HP Mitglied des Konsortiums um Sony, das Blu-ray als führendes Format für hochauflösende DVDs etablieren will. Nun will der Hardwarehersteller auch in der HD DVD-Promotion-Group um Toshiba mitarbeiten. "Wir wollen die kundenfreundlichste und kostengünstigste Lösung liefern, daher unterstützen wir beide Seiten", meint Maureen Weber, General Manager des Bereichs Optical Storage Solutions bei HP.

Blu-ray und HD DVD

Blu-ray und HD DVD sollen erheblich mehr Speicherplatz bereitstellen als bisher handelsübliche DVDs. Die Blu-ray-Entwickler haben Datenträger mit 25 GB und 50 GB angekündigt, die HD DVD-Unterstützer wollen Versionen mit 15 GB, 30 GB und 45 GB auf den Markt bringen. Da HD DVD der bisherigen DVD ähnlicher ist als Blu-ray, sollen die Produktionskosten kurzfristig niedriger sein. Sony entgegnet, dass sich die Kosten für Blu-ray binnen kürzester Zeit auf das Level von HD DVD reduzieren würden.

MMC und "iHD

HP hat laut einer Mitteilung die Blu-ray Disk Association aufgefordert, die Technologien der HD-DVD-Gruppe, "Mandatory Managed Copy" (MMC) und "iHD" zu unterstützen. Durch das MMC-System sollen User die Daten von der DVD auf einer Festplatte speichern können, um sie zum Beispiel über ein lokales Netzwerk zugänglich zu machen. Microsoft und Intel wollen MMC künftig in ihre Datenträger integrieren. Das Blu-ray Konsortium will MMC unterstützen, iHD hat die Gruppe abgelehnt. Microsoft und Disney haben iHD entwickelt, um interaktive Features auf die DVDs zu bringen, die Gruppe um Blu-ray will interaktive Anwendungen mit Hilfe von Java umsetzen.

Erste Player 2006

Die ersten Player für HD DVD und Blu-ray werden für 2006 erwartet, ebenso die ersten Filme. Hollywood drängt auf eine Einigung der beiden Seiten auf ein einheitliches Format, einige Studios haben angekündigt, vorerst zwei Versionen der Filme zu veröffentlichen. Eine Verschmelzung beider Technologien erscheint unwahrscheinlich. Branchenexperten vermuten, dass sich wie schon im Formatkrieg zwischen Betamax und VHS in den 1980ern nur eine Technologie durchsetzen wird. Zwei parallele Formate würden die Konsumenten verwirren und dem Absatz der Datenträger der nächsten Generation schaden.(pte)

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