Friedensgespräche zwischen Regierung und ELN

18. Dezember 2005, 16:02
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Vermittlung durch Literaturnobelpreisträger Garcia Marquez

Havanna - Unter der Vermittlung des Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez haben in Havanna Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der zweitgrößten kolumbianischen Rebellengruppe begonnen. Am Verhandlungstisch saßen am Freitag der für Friedensmaßnahmen zuständige Regierungsunterhändler Luis Carlos Restrepo sowie Antonio Garcia, militärischer Kommandant der Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Garcia Marquez erklärte, beide Seiten müssten sich schämen, wenn die diesmal zu keinem Ergebnis kämen.

"Gekommen, um zuzuhören "

"Wir sind gekommen, um der Regierung zuzuhören und hoffen, sie hat die gleiche Einstellung", sagte Garcia. Für die Gespräche habe es keine Bedingungen wie etwa einen Waffenstillstand gegeben und auch die Tagesordnung sei offen. Für einen Frieden in Kolumbien seien aber soziale und politische Änderungen nötig. Restrepo sagte, es gehe darum, Vertrauen zu schaffen, da die inhaltlichen Differenzen äußerst groß seien. Bereits im Dezember 2002 waren ebenfalls auf Kuba geführte Friedensgespräche zwischen Regierugn und ELN gescheitert.

Die linksgerichtete ELN bekämpft die Regierung in Kolumbien schon seit gut 40 Jahren. Dabei stand sie oft an der Seite der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), der größten Rebellengruppe des Landes. Die FARC hat sich der neuesten Runde von Friedensverhandlungen verweigert. Dem Konflikt in Kolumbien, an dem auf der Gegenseite rechtsgerichtete Milizen beteiligt sind, fallen jedes Jahr mehr als 3.000 Menschen zum Opfer. (APA/AP/Reuters)

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