Van Staa überlegt Totalumbau der Landesregierung

19. Dezember 2005, 15:29
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Von Rücktritt von Landeshauptmann-Stellvertreter überrascht - ÖVP-Parteivorstand am 21. Dezember

Innsbruck - Verwundert über den plötzlichen Rücktritt von Landeshauptmann-Stellvertreter Ferdinand Eberle (V) hat sich Tirols Landes-Chef, VP-Obmann Herwig van Staa gezeigt. "Eberle hat mich in der Nacht auf Freitag telefonisch vorinformiert. Dieser Schritt hat mich sehr überrascht", erklärte Van Staa in der Samstag-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung".

Vor einem Jahr habe ihm Eberle gesagt, dass er amtsmüde sei. "Wir hatten ausgemacht, dass er noch den Finanzausgleich und das neue Budget macht", sagte der Landeshauptmann. Für den Zeitpunkt seines Rücktritts habe Eberle den Rückzug von Soziallandesrätin Christa Gangl (S) genutzt. Eberle sei Zeit seines Lebens ein Fels in der Brandung gewesen und "hat sich immer in den Dienst des Landes gestellt".

Es wurde nicht ausgeschlossen, dass Van Staa den Abgang Eberles und Gangls zum Totalumbau der Landesregierung nützt. Dazu meinte der Landes-Chef: "Darüber wird der ÖVP-Parteivorstand am 21. Dezember entscheiden".

Eberle (56) und Gangl (57) hatten am Freitagvormittag beinahe zeitgleich ihr Ausscheiden aus der Regierung bekannt gegeben. Wer den beiden auf die Regierungsbank nachfolgen wird, war vorerst unklar.

Der gelernte Landwirt Eberle war seit 1989 Mitglied der Landesregierung und zuletzt für Finanzen, Wirtschaft und Energie zuständig. "Ich bin jetzt jenes Regierungsmitglied in Tirol, das am längsten in der Regierung tätig ist. Ich glaube, jede Zeit geht irgendwo zu Ende", hatte er seine Entscheidung begründet. Bereits vor längerer Zeit hatte er laut über einen möglichen Abschied aus der Politik nachgedacht.

Gangl gehörte seit 1999 der Regierung an. Sie hatte ihren Rückzug mit gesundheitlichen Problemen erklärt. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Spekulationen über eine vorzeitige Ablöse der Soziallandesrätin gegeben. (APA)

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