Will Sarkozy Präsidentschaftskandidatur Le Pens verhindern?

22. Dezember 2005, 18:53
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Tochter des FN-Führers klagt über Druckausübung des Innenministeriums

Paris - Marine Le Pen, Vizepräsidentin der rechtsextremen französischen Partei "Front National" (FN) und Tochter des FN-Führers Jean-Marie Le Pen, wirft Innenminister Nicolas Sarkozy, dem Chef der bürgerlichen Regierungspartei "Union für eine Volksbewegung" (UMP), vor, die Kandidatur ihres Vaters bei der Präsidentenwahl 2007 verhindern zu wollen. Sarkozy übe "Druck" auf Bürgermeister aus, damit diese dem FN-Gründer nicht die für die Kandidatur nötigen 500 Unterstützungsunterschriften geben, so Marine Le Pen im Rundfunk. "Das ist nicht eine Anschuldigung, das ist eine Feststellung", sagte die FN-Vizepräsidentin dem Pariser Radiosender RTL und bezeichnete das Vorgehen des Ministers, dem die Präfekten der Départements unterstehen, als "demokratiepolitischen Skandal".

Sie glaube "absolut nicht", dass "gewisse Rechtskandidaten" der "Nationalen Front" Stimmen wegnehmen können, sagte die Tochter Le Pens in Anspielung auf den Rechtsaußen Philippe de Villiers vom ultranationalistischen "Mouvement pour la France" (MPF). "In Umfragen sprechen sich 29 Prozent der Franzosen für eine Kandidatur Le Pens aus, während nur 1 Prozent wünscht, dass (Staatspräsident Jacques) Chirac erneut antritt", betonte Marine Le Pen.

"Einen Kandidaten daran zu hindern, zu einer Wahl anzutreten, ist ziemlich unehrlich, und es zeugt wahrscheinlich von der Angst (Sarkozys, Anm.), dass ihm Jean-Marie Le Pen in der Stichwahl den Platz wegnimmt", betonte Marine Le Pen. Ihr Vater war 2002 völlig überraschend in die Stichwahl gegen Chirac gekommen, nachdem er im ersten Wahlgang den Sozialisten Lionel Jospin knapp überflügelt hatte. Trotz des gegenwärtigen "Drucks" aus dem Pariser Innenministerium erklärte sich Marine Le Pen überzeugt, dass ihr 77-jähriger Vater auch 2007 in die zweite Wahlrunde kommen könne. (APA)

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