WTO-Gipfel: Mit Wasserwerfern gegen Demonstranten

17. Dezember 2005, 13:05
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Polizei und Globalisierungsgegner geraten aneinander - Verletzte - Bisher größte Straßendemonstration seit Konferenzbeginn

Die Proteste gegen die WTO-Verhandlungen in Hongkong sind am Samstag in Gewalt ausgeartet. Spezialeinheiten der Polizei gingen mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen eine kleine Gruppe Demonstranten vor. Mehrere Dutzend Menschen - vor allem als gewaltbereit geltende südkoreanische Bauern - versuchten, auf das abgeschirmte Konferenzgelände am Wasser vorzudringen. Rund 400 schwerbewaffnete Polizisten gingen dagegen vor. Die Demonstranten warfen Eier und Leitern, die sie Pressefotografen entwendet hatten. Fernsehbilder zeigten zumindest einen verletzten Polizisten.

Bisher waren die Proteste gegen die WTO-Gespräche mit dem Ziel einer weiteren Liberalisierung des Welthandels weitgehend friedlich geblieben. Polizei und einige Dutzend südkoreanische Bauern, die für ihre radikalen Proteste gefürchtet sind, hatten sich vor allem zu Beginn der Konferenz am Dienstag kleinere Auseinandersetzungen geliefert.

Tagungsort abgeriegelt

Globalisierungskritiker aus vielen Ländern haben am Samstag in Hongkong erneut gegen die Freihandelspolitik der Welthandelsorganisation (WTO) demonstriert. Von einem Stadtpark der Sieben-Millionen-Metropole aus zogen rund 2000 Demonstranten zum Kongresszentrum, wo noch bis Sonntag die WTO-Ministerkonferenz tagt. Polizisten mit Helmen und Schilden riegelten den Tagungsort ab. Es war die bisher größte Straßendemonstration seit Konferenzbeginn. Die Bürger der Stadt wurden aufgefordert, das Stadtzentrum zu meiden.

In den vergangenen Tagen war es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen der Hongkonger Polizei und militanten koreanischen Bauern gekommen. In der Nacht zum Samstag warfen Demonstranten Eier auf das US-Konsulat in der früheren britischen Kronkolonie und sprühten den Slogan "Nieder mit der WTO" auf das Gebäude.

Die Globalisierungskritiker werfen den reichen Ländern vor, über die WTO Handelsregeln durchzusetzen, die die Entwicklungsländer benachteiligen. Am Samstag diskutierten die Delegationen der 149 Mitgliedstaaten über den Entwurf einer Abschlusserklärung. (APA/dpa)

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Bürger von Hongkong wurden aufgefordert, das Stadtzentrum zu meiden.
    foto: epa

    Die Bürger von Hongkong wurden aufgefordert, das Stadtzentrum zu meiden.

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