Gefahr durch unsachgemäße Lagerung in Grosny

22. Dezember 2005, 11:02
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Minutenlange Strahlendosis kann zum Tod führen - Material könnte Terroristen als "schmutzige Bombe" dienen

Moskau - Wegen unsachgemäßer Lagerung von Nuklearmaterial hat sich in einer Chemiefabrik der tschetschenischen Hauptstadt Grosny nach Behördenangaben eine "katastrophale radioaktive Situation" entwickelt. Die tschetschenische Justiz leitete Ermittlungen ein.

Die Strahlung an einem Lagerplatz überschreite die Norm um das 58.000-fache, erklärte die russische Generalstaatsanwaltschaft. Dies sei etwa die Hälfte des Wertes, der nach der Tschernobyl-Katastrophe am dortigen Atomkraftwerk gemessen worden sei, berichtete der staatliche Fernsehsender Rossija.

Keine Kontrolle

Es bestehe eine Gefahr für die Bevölkerung, weil die Werksleitung nichts unternehme, um das radioaktive Material fortzuschaffen oder den Zugang zu beschränken, sagte der tschetschenische Staatsanwalt Waleri Kusnetsow am Freitag. Es befänden sich 27 bis 29 unkontrollierte radioaktive Teile auf dem Gelände der Fabrik, die zu einem staatlichen Öl- und Chemieunternehmen gehört. Besondere Gefahr gehe von Kobalt-60-Isotopen aus, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft.

Tödlich

Wladimir Sliwjak von der Umweltgruppe Ecodefense in Moskau sagte, wer sich solch hohen Dosen Radioaktivität länger eine einige Minuten aussetze, könne binnen Tagen oder Wochen sterben. Radioaktive Materialien würden in der russischen Industrie häufig verwendet, sagte der Umweltschützer. Neben der Verstrahlung droht auch die Gefahr, dass solches Material in die Hände von Terroristen gerät, die damit eine so genannte "schmutzige Bombe" bauen könnten. (APA/AP)

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