Kühlschrankpickerl: AK kritisiert Rückzahlungen

28. Dezember 2005, 08:50
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Konsumenten erhalten oft falsche Auskünfte

Wien - Als "wenig konsumentenfreundlich" kritisiert die Arbeiterkammer (AK) die Kühlschrankpickerl-Rückzahlaktion des Umweltforum Haushalt (UFH). AK-Umweltexperte Werner Hochreiter befürchtet, dass dem UFH viele Millionen Euro an Konsumentengelder aus dem Verkauf des Kühlschrankpickerls übrig bleiben werden - trotz laufender Rückzahlaktion - und UFH diese behalten will.

Das UFH parkte insgesamt 49 Mio. Euro. Ausbezahlt hat das UFH bisher nach eigenen Angaben etwa 4,7 Mio. Euro für bereits eingelöste Pickerl. Nach AK-Berechnungen werden voraussichtlich insgesamt nur 15 Mio. Euro ausbezahlt werden. Offen sei, was mit dem Rest passiert - das könnten bis zu 30 Mio. Euro sein.

"Konsumenten bekommen vom UFH oft schlichtweg falsche oder unterschiedliche Auskünfte", so Hochreiter heute, Freitag, in einer Pressemitteilung. So gebe es z.B. die Information, dass Verbraucher auf Grund eines Gutachtens keinen Zinsanspruch hätten, was nicht stimme.

Das UFH habe alle Weichen gestellt, um das Geld am Ende behalten zu können, so der Vorwurf der AK. Umweltminister Josef Pröll (V) müsse rasch tätig werden und als Aufsichtsbehörde für Transparenz sorgen sowie klarstellen, was mit dem restlichen Geld passiere. Er müsse auf jeden Fall dafür sorgen, dass jeder einzelne Cent, der übrig bleibt, den Konsumentinnen und Konsumenten zu Gute kommt, fordert die AK.

Kritik kommt auch an der Informationspolitik des UFH, die nach Ansicht der AK sehr zum Wünschen übrig lässt. "Eine Postwurfsendung am Beginn der Aktion - das kann es doch nicht gewesen sein. Zudem werden die Verbraucher zum Besten gehalten", so Hochreiter.(APA)

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