Deutschland: Werder und HSV im Verfolger-Duell

17. Dezember 2005, 17:34
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Stranzl und Weissenberger hoffen auf Einsätze - Macho und Co. sehnen ersten Erfolg nach 13 Runden herbei

Berlin (APA) - Der inoffizielle "Winterkönig" ist bereits gekürt, auf seinen Jäger Nummer eins muss Bayern München aber noch warten. Erst am Sonntag, im Schlager der 17. Runde zur deutschen Bundesliga, wird zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV entschieden, wer als Kronprinz ins Fußball-WM-Jahr rutschen darf. Derzeit liegen die Hanseaten von der Alster zwei Punkte vor den Hanseaten von der Weser. Der Spitzenreiter aus dem Süden geht mit vier Zählern Vorsprung in die letzte Runde 2005.

Das 83. Nord-Derby hat zwei besondere Aspekte: Der beste Angriff (Werder/45 Tore) trifft auf die beste Abwehr (HSV/8) außerdem stehen die beiden Rivalen vor einem direkten Duell erstmals unter den ersten Drei der Tabelle. Der Zuschauer darf sich freuen, beide Vereine sind gut drauf und haben in dieser Saison schon oft guten Fußball geboten. Die Hausherren wollen mit einem Sieg den Gegner überholen. "Das wollen wir unbedingt schaffen", sagt der kroatische Werder-Stürmer Ivan Klasnic.

Doch auch die Gäste, die erstmals nach 16 Jahren im Europacup wieder überwintern, strotzen vor Selbstvertrauen, halten zumindest verbal dagegen. "Wir sind weiter im UEFA-Cup und Tabellenzweiter und ich glaube, dass wir in Bremen gewinnen werden", meint der tschechische HSV-Legionär David Jarolim. Die Männer von Thomas Doll sind in der Fremde und seit sieben Runden (zuletzt vier Siege in Serie) ungeschlagen.

Bereits am Samstag ist der FC Bayern im Einsatz und trotz des Fehlens der gesperrten Michael Ballack und Sebastian Deisler im einstigen Liga-Klassiker gegen die Borussia in Dortmund Favorit. Der Herbstmeister hat einen weiteren Rekord im Visier. Gelingt der 28. Sieg in diesem Jahr, dann löschen die Münchner ihren eigene Liga-Bestmarke aus dem Kalenderjahr 1972 (27 Erfolge) aus. "Die Belastung im Frühjahr wird größer", sagt FCB-Coach Felix Magath und fordert daher den maximalen Punktevorsprung.

Auf den ersten Heimsieg nach zuletzt vier Remis im Daimler-Stadion hofft der seit zehn Spielen ungeschlagene VfB Stuttgart gegen FC Schalke. Martin Stranzl, am Mittwoch gegen Rapid Bukarest erst in der 89. Minute eingewechselt, dürfte diesmal wieder von Beginn dabei sein. Denn Trainer Giovanni Trapattoni kündigte an: "Diesmal kommen jene zum Einsatz, die gegen die Rumänen pausierten." Auf der Schalke-Bank sitzt erstmals nach dem Ragnick-Rauswurf Oliver Reck als Interimsnachfolger.

Auf dem Bökelberg gegen Borussia M'Gladbach hofft Markus Weissenberger, in der Startelf der Frankfurter Eintracht zu stehen. Verdient hätte sich das der Vorarlberger, der am Mittwoch in Kaiserslautern sein erstes Saisontor zur 1:0-Führung erzielte und laut Fachmagazin "kicker" bester Mann auf dem Platz war. Die Lauterer und mit ihnen der Ex-Rapidler Jürgen Macho sehnen im Heimspiel des Schlusslichts gegen VfL Wolfsburg den ersten Dreier nach 13 Runden herbei.

Deutschland - 17. Runde:

Samstag, 15.30 Uhr:

  • Borussia Dortmund - Bayern München
  • VfB Stuttgart - FC Schalke 04
  • Bayer Leverkusen - Hannover 96
  • Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt
  • 1. FC Kaiserslautern - VfL Wolfsburg
  • FSV Mainz - MSV Duisburg
  • Arminia Bielefeld - 1. FC Köln

    Sonntag, 17.30 Uhr:

  • Werder Bremen - Hamburger SV
  • Hertha BSC - 1. FC Nürnberg
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