Märklin dementiert Verkaufsgerüchte

29. Dezember 2005, 14:20
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Der Göppinger Modellbahnhersteller Märklin steht zurzeit nicht zum Verkauf - Kontakt zu potenziellen Investoren gibt es

Göppingen - Der Göppinger Modellbahnhersteller Märklin steht zurzeit nicht zum Verkauf. Mit dieser Aussage dementierte das Unternehmen am Freitag Gerüchte, die am Vortag in den Medien kursierten. Allerdings gebe es "Kontakt zu potenziellen Investoren", erklärte Geschäftsführer Paul Adams. Das Traditionsunternehmen werde in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen.

Adams sagte, Märklin befinde sich in einer Restrukturierung. "Wir sind damit gut im Plan, wir sind solide finanziert, haben keine Probleme mit Banken und werden 2005 ein ausgeglichenes Betriebsergebnis vorlegen". Es würden aber alle Optionen geprüft, sagte der Geschäftsführer. "Dazu gehört auch der Kontakt zu potenziellen Investoren."

Als Gründe für die Restrukturierung, in deren Rahmen bereits die Belegschaft von gut 2.000 auf 1.400 Mitarbeiter verringert wurde, nannte Adams den weltweit schrumpfenden Markt für traditionelle Spielwaren, eine sinkende Zahl von Fachhändlern im Kernmarkt Deutschland sowie notwendige Produktions- und Kostenoptimierungen im Unternehmen selbst. "Wir haben viel erreicht, produzieren bei gleicher Fertigungstiefe erheblich günstiger als früher und geben mit technischen Innovationen den Takt in der Branche an, und zwar global. Fakt ist, Märklin bewegt sich gut im Wettbewerb", sagte Adams. Meldungen, nach denen das Unternehmen derzeit Schulden von 60 Millionen habe, nannte er falsch. Das entspreche in etwa der Kreditlinie, aber bei weitem nicht den Verbindlichkeiten.

Phase sinkender Umsätze

Die Restrukturierung bei Märklin falle in eine Phase sinkender Umsätze. Im Geschäftsjahr 2004 lag der Erlös der Märklin-Gruppe, zu der auch der Nürnberger Hersteller Trix gehört, bei 143 Millionen Euro. "2005 planen wir erneut mit einem geringeren Umsatz", sagte Adams. Aber Märklin erwirtschafte "nach wie vor einen leicht positiven Ertrag". Das zeige den Erfolg der Restrukturierung. Das Unternehmen stelle sich auf die schwierige Marktsituation ein und habe daher auch die Investitionen über die Jahre nicht gedrosselt.

In den vergangenen zwei Jahren habe der 1859 gegründete Traditionshersteller insbesondere die Schwierigkeiten der deutschen Fachgeschäfte zu spüren bekommen. Auf Grund fehlender Liquidität würden die Händler konsequent ihre Lager verringern. "Wir wissen, dass die Modellbahn als Spielzeug beständig gut läuft und ein wichtiger, solider Umsatzbringer ist. Daher sind und bleiben wir auch der verlässliche Partner des Fachhandels", erklärte Paul Adams. (APA)

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