Überraschung durch Grugger

21. Dezember 2005, 10:15
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ÖSV-Läufer gewinnt den Super G von Gröden vor dem Kanadier Guay und dem Schweizer Hoff­mann - Hermann Maier auf Rang sechs

Gröden - Johann Grugger hat am Freitag in Gröden einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass er im Speedbereich Österreichs heißeste Zukunftsaktie ist. Der Salzburger, der am Dienstag seinen 24. Geburtstag feierte, gewann auf der Saslong den ersten Weltcup-Super-G seiner Karriere. Vor allem im unteren Bereich war der Head-Pilot eine Klasse für sich, Grugger siegte in 1:37,35 Minuten vor dem Kanadier Erik Guay (+0,31 Sekunden) und dem Schweizer Ambrosi Hoffmann (0,32).

Hermann Maier war als Sechster zweitbester Österreicher, auch Andreas Schifferer landete unmittelbar hinter Gesamt-Weltcup-Leader Bode Miller (USA) als Neunter in den Top-Ten. Vorjahressieger Michael Walchhofer musste sich mit Platz zwölf zufrieden geben. Zwei österreichische Anwärter auf einen Topplatz hatten Pech: Fritz Strobl legte unmittelbar nach dem Start einen Bauchfleck hin, fuhr aber weiter und wurde 60. und Letzter, Hannes Reichelt touchierte im oberen Teil heftig mit einem Tor und zog sich eine Verletzung an der linken Hand zu (Platz 40).

Dritter Weltcup-Sieg

Für Grugger war es nach seinen Abfahrtssiegen in Bormio (29.12.2004) und Chamonix (8.1.2005) der insgesamt dritte Weltcup-Sieg. "Dass es im Super G für ganz vorne gereicht hat, ist auch für mich eine Sensation. Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk", so der Sieger, der vor allem sein perfektes Material lobte. "Ein großes Danke an meine Serviceleute. Die Mannschaft hängt sich voll rein, mit meinem Sieg gebe ich ihr ein bisschen etwas zurück", meinte der Bad Hofgasteiner in Richtung Team, dem u.a. die Servicemänner Franz und Stefan sowie auch sein 18-jähriger Bruder Stefan, der Skier testet, angehören.

"Ich habe im unteren Teil, in dem man fast nur noch Schuss fährt, die entscheidenden zwei, drei Zehntel geholt. Das zeigt, dass das Material perfekt war", so Grugger, der mit Ingrid Rumpfhuber ein weiteres ÖSV-internes Liebespaar bildet. Grugger wird damit bei Olympia 2006 wohl in beiden Speed-Disziplinen am Start sein. "Der Weg Richtung Olympia stimmt, aber der Jänner ist lang. Da kann noch sehr viel passieren."

Maier gut gelaunt

Maier wartet zwar weiter auf seinen ersten Gröden-Sieg, zeigte sich aber nach Platz sechs gut gelaunt. "0,14 Sekunden Rückstand auf den Zweiten, das ist gar nichts. Ich bin zweitbester Österreicher, da muss man sich nicht schämen. Da habe ich hier in Gröden schon andere Sachen erlebt. Stilistisch war es super, aber leider war es nicht ganz so schnell", so Maier, der zu Gruggers Triumph meinte: "Sehr fesche Leistung, da kann man nur gratulieren." "Fesch" war auch die Leistung Schifferers, der sein bestes Saisonergebnis hinlegte und meinte: "In den schnellen Disziplinen fühle ich mir derzeit sehr wohl. Ich probiere mich von Rennen zu Rennen zu hanteln, das ist das Wichtigste im Rennsport."

Der abfahrtsähnliche Super G wäre eigentlich Michael Walchhofer wie auf den Leib geschneidert gewesen. "Aber ich bin viel zu brav gefahren. Mehr wie ein Skilehrer als wie ein Rennläufer", nahm es der Salzburger, der am Samstag in der Abfahrt zurückschlagen könnte, mit Humor. Ein weiterer Abfahrts-Favorit, Kristian Ghedina, war am Freitag nur Zuschauer. Der Italiener, der seine Kräfte für Samstag schonte, war mit Juventus-Turin-Dress (Kristian und Nummer 36 auf dem Rücken) ausgestattet im Zielraum unterwegs.(APA)

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    "Auch für mich eine Sensation"

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