Spaß an der Freude

9. Dezember 2005, 17:00
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"Genuss kann eine gewaltige Triebfeder sein" - auf dieser Basis haben Günter Triebaumer und Regina Limbeck seit der Übernahme des Familienweinguts so einiges entwickelt

Verändert haben die beiden, die übrigens bekennende Fans deutscher Mosel-Rieslinge sind, seit ihrem Einstieg in die Vollverantwortung am Familienweingut im November 2003 vieles. Dazu gehören einerseits Produkte wie der Muscato, ein fruchtiger Perlwein aus Trauben der Muskat-Familie mit etwas Restsüße im Stile eines Moscato d'Asti, zum Beispiel "tanninwunde Gaumen" nach heftigen Tannin- und Rotwein-Attacken wiederzubeleben. Dazu gehörte auch, die Rebsorten-Vielfalt - üblich in traditionellen burgenländischen Betrieben - zu straffen, Ausstattung und Optik zu modernisieren oder eine Umfrage unter Kunden zum Thema Alternativ-Verschlüsse durchzuführen. Die größten Veränderungen gab es im Vertrieb, der sie im Gegensatz zur früheren Ab-Hof-Ausrichtung ein "breiteres Vertriebsnetz, national wie international" verpasst haben, erzählt Regina Limbeck. Und Spezialitäten wie Muscato oder die dezidiert fruchtbetonte Cuvée Trie auf Zweigeltbasis aus dem großen Holzfass wurden, obwohl für den österreichischen Gaumen gedacht, "Schlüsselprodukte für den Export".

Die beiden bauen dabei auf viel Berufserfahrung in Handel, Gastronomie und Weinmarketing. Triebaumer, wie viele der jungen Generation Klosterneuburg-Absolvent, verbrachte ein halbes Jahr in Südafrika, arbeitete im Weinhandel und ist u. a. Lektor an der Weinakademie Österreich. Limbeck ist Marketingspezialistin mit viel Erfahrung im "Fine Wine"-Bereich. Die ganze Familie war auch federführend daran beteiligt, dass Shiraz im November 2000 in die Rebsortenverordnung aufgenommen und dadurch Qualitätswein-würdig wurde.

Heute steht Blaufränkisch im Zentrum des Interesses, "sowohl flächenmäßig, wie auch als Zukunftsvision", erklären die beiden. Er sei nun einmal die lokale Rebsorte Nummer eins mit noch einigem unausgelotetem Potenzial auf den vielfältigen Böden von Rust. Dazu kommen Zweigelt, Merlot & Co. Eine weitere Spezialität des Hauses ist Furmint, eine weiße Rebsorte, die traditionell in Rust beheimatet, aber vor allem als Tokajer-Bestandteil bekannt ist.

Der Triebaumer-Clan ist Ruster Urgestein seit 1691, weit verzweigt, eng miteinander verbunden und nicht immer leicht auseinander zuhalten, sind doch zwei Familienzweige tief im Weinbau verwurzelt. Günters Vater Paul und Ernst Triebaumer sind Brüder. (Luzia Schrampf, DER STANDARD - Printausgabe, 17./18. Dezember 2005)

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Weingut Günter Triebaumer
Neuegasse 18
7071 Rust
Tel (0) 676-724 87 97
Fax (0) 2173-20081
guenter@
triebaumer.at


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von Viktor Siegl und Rudolf Steurer ausgewählt.
9,95 Euro
Verlag Carl Ueberreuter
Wien 2005

10. Teil:
Weingut Setzer
Hohenwarth
  • Regina Limbeck und Günter Triebaumer
    foto: weingut triebaumer

    Regina Limbeck und Günter Triebaumer

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