Österreichs Wirtschaft mit Dynamik in den Jahreswechsel

23. Dezember 2005, 10:32
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BA-CA-Volkswirte erwarten dann Abschwächung im weiteren Verlauf des Jahres 2006 - Privater Konsum stabilisiert sich - Österreich wächst schneller als der Euroraum

Wien - Österreichs Wirtschaft gewann gegen Jahresende 2005 an Dynamik, die zu einem ebenfalls dynamischen Start des Jahres 2006 führen wird, erwarten die Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Im weiteren Verlauf des Jahres 2006 werde sich das Wirtschaftswachstum aber wieder abschwächen. Für heuer gehen die BA-CA-Ökonomen von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,8 Prozent aus, für 2006 von 2,0 Prozent und für 2007 von 1,7 Prozent.

Der Konjunkturindikator der BA-CA stieg im November erneut an und lag bei 2,2 (nach 2,1 im Oktober). Das Wirtschaftswachstum in Österreich dürfte im vierten Quartal zumindest genauso hoch gewesen sein wie im dritten Quartal, so BA-CA Chefvolkswirtin Marianne Kager.

Im Vergleich zum Vorquartal rechnen die Ökonomen der BA-CA mit 2,2 Prozent Wachstum auf Jahresbasis nach 2 Prozent im dritten Quartal. Damit dürfte das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr 2005 knapp über 2 Prozent betragen haben. Für das Gesamtjahr 2005 ergeben die Schätzungen der BA-CA 1,8 Prozent - in etwa so viel, wie die Ökonomen der BA-CA Ende vergangenen Jahres erwartet haben (BA-CA Prognose für 2005 im Dezember 2004: 1,9 Prozent).

Stimmung bleibt gut

Im Verlauf des Herbstes blieb die Stimmung der Industrie im Euroland hoch, in Österreich verbesserte sie sich sogar im November. Vor allem aber zeigt die Konsumentenstimmung in Österreich seit Herbstbeginn eine erkennbare Verbesserung und hat sich von ihrem zweijährigen Tief im September erkennbar erholt. Damit dürfte das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2006 relativ gut ausfallen, mit einem Wachstum um die 2 Prozent.

Wesentliche Gründe für die Erholung der österreichischen Wirtschaft sehen die Ökonomen der BA-CA in der starken Industrie, die von der starken Weltwirtschaft der vergangenen Jahre und der sich daraus resultierenden Verbesserung des Investitionsklimas in vielen wichtigen Absatzmärkten profitierte. Zusätzlich stabilisiert sich nun auch der private Konsum. Mit rund 2 Prozent im dritten Quartal erreichte dieser den höchsten Zuwachs seit dem vierten Quartal 2000 und war damit stärker als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von knapp unter 1 Prozent real.

Nachlassen der weltwirtschaftlichen Dynamik

Die erwartete Abschwächung im Verlauf des Jahres 2006 begründen die BA-CA-Ökonomen im Wesentlichen mit einem Nachlassen der weltwirtschaftlichen Dynamik. Zudem werde der private Konsum im Euroraum nicht in der Lage sein, die Basis des Aufschwunges zu verbreitern und - abgesehen von Vorzieheffekten aus der Mehrwertsteuererhöhung - in Deutschland 2007, Impulse zu setzen. Das Wachstum in Deutschland werde nach einer leichten Erholung 2006 (1,5 Prozent) 2007 wieder zurückgehen. Der Druck zur Budgetkonsolidierung dürfte das Wachstum in Deutschland zusätzlich bremsen. Ähnliches gelte für den zweitwichtigsten Exportmarkt, Italien.

"Wir erwarten nach 2 Prozent für Österreich 2006 daher im Jahr danach, 2007, nur ein Wachstum von 1,7 Prozent", so Kager. Damit gelinge es Österreich jedoch auch 2007 wieder, stärker als Deutschland und Italien und damit auch, zum fünften Mal seit 2002, schneller als der Euroraum zu wachsen.

Kumuliert konnte Österreich damit seit 2002 bisher (inkl. 2005) 1,8 Prozentpunkte schneller wachsen als der Euroraum. Der Wachstumsvorsprung Österreichs seit 2002 gegenüber dem Euroraum betrage kumuliert 1,8 Prozentpunkte und damit mehr als das derzeitige durchschnittliche Jahreswachstum des Euroraumes (1,3 Prozent).

Langfristig brauche Österreich jedoch wieder das starke Wachstum im Euroraum, allen voran in Deutschland und Italien, den beiden noch immer mit Abstand wichtigsten Handelspartnern, die immerhin für mehr als 40 Prozent unserer Exporte verantwortlich sind. (APA)

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