Mordanklage in Salzburg: Ehefrau mit Benzin angezündet

18. Dezember 2005, 20:33
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Kinder mussten Tat mitansehen - Opfer wurde lebensgefährlich verletzt - Grund der Tat: Eifersucht

Salzburg - Wegen Mordversuches an seiner 33-jährigen Ehefrau wegen Eifersucht hat die Staatsanwaltschaft Salzburg Anklage gegen einen 47-jährigen deutschen Staatsbürger aus Nürnberg erhoben.

Dereifersüchtige Ehemann Heinz Peter S. besorgte zwei Benzinkanister mit zehn Litern Benzin bei einer Tankstelle. Im September 2005 mussten die Kinder schließlich mitansehen wie ihr betrunkener Vater der ebenso alkoholisierten Mutter Benzin übergoss. Die Frau wollte dannach eine Zigarette rauchen, als ihr Ehemann ein Feuerzeug nahm und die benzingetränkte Frau anzündete. Sie ging sofort lichterloh in Flammen auf", zitierte am Freitag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg.

Häufige Drohungen

Der sechsfach vorbestrafte Beschäftigungslose soll seiner Gattin immer wieder mit dem Umbringen gedroht haben. Die Polizei hatte daraufhin ein Betretungsverbot ausgesprochen und ihn bis zum 4. September im Polizei-Anhaltezentrum in Gewahrsam genommen. Nur wenigen Stunden, nachdem er auf freien Fuß gesetzt worden war, missachtete S. die Wegweisung und schlich sich wieder in das Haus und warf zwei männliche Besucher der Frau aus der Wohnung.

Erst die eintreffenden Polizisten konnten das Feuer löschen. Die Schwerverletzte erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Die traumatisierten Kinder mussten psychologisch betreut werden.

Heinz Peter S. befindet sich in Untersuchungshaft. Er zeigte sich bisher nicht geständig, sondern beharrt auf einen Unfall. Beide Ehepartner hätten sich mit Benzin angeschüttet. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig.

(APA)

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