Hilfe in Sex- und Liebesdingen

16. Dezember 2005, 12:34
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In einem Jahr Wiener Mädchentelefon gingen 8.778 Anrufe bei der kostenlosen Hotline ein

Wien - Seit einem Jahr sind die Leitungen des Wiener Mädchentelefons freigeschaltet. In dieser Zeit hätten 8.778 Anruferinnen das Angebot in Anspruch genommen, resümierte am Freitag Frauenstadträtin Sonja Wehsely (S) in einer Pressekonferenz. Thematisch "ist ganz klar, wo der Schuh am meisten drückt", so Wehsely: Die Anfragen gelten mehrheitlich der Sexualität, Beziehungen, Gesundheit und Problemen in der Familie.

Informationsstand

Dabei habe sich der Informationsstand der Anruferinnen in den vergangenen Jahren nicht wirklich verändert - man rede aber offener darüber, so Marion Gebhardt vom Mädchentelefon. Wichtig sei deshalb auch die Drehscheibenfunktion des Services, bei dem auf andere, weiterführende Stellen verwiesen werde, betonte Wehsely.

Mit den knapp 9.000 Telefonkontakten seit Ende Oktober liefe die Einrichtung jedenfalls "besser als wir uns zu wünschen getraut hatten", so die Frauenstadträtin. Gedacht für 13- bis 17-jährige Mädchen sind die Telefone wochentags von 13.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Nummer 0800/211317 besetzt. Am anderen Ende der Leitung stehen eine Pädagogin, eine Juristin und eine Soziologin Rede und Antwort.

Kostenlos

90 Prozent der Telefonkontakte seien Mädchen aller sozialen Hintergründe, unterstrich Wehsely. Eine wichtige Hilfe, um die Schwellenangst zu überwinden sei der Umstand, dass das Telefonat für die Mädchen kostenlos ist: "Es spart den Wickel mit den Eltern."

Wie viel die Stadt für das Mädchentelefon aufwendet, konnte Wehsely nicht beziffern. Klar sei lediglich: "Wir scheuen keine Kosten." Einer äquivalenten Einrichtung auch für Buben steht Wehsely offen gegenüber: "Es würde aus meiner Sicht nicht dagegen sprechen." Diese werde dann aber sicher nicht von "ihrer" Magistratsabteilung MA 57 finanziert - diese sei schließlich mit Frauenfragen betraut. (APA)

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