ÖVAG musste Hypo-Verkauf abblasen

16. Dezember 2005, 11:15
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Die ÖVAG bleibt mit ihren 41 Prozent der Aktien Hypo-Aktionärin in Niederösterreich - Für ÖVAG-Chef Pinkl ist das Thema Hypo-Verkauf "erledigt

Wien - Wie erwartet musste Raiffeisen seine Option zum Kauf der Volksbanken-Anteile an der Hypo Niederösterreich heute Mitternacht liegen lassen. Grund: Der Hypobank-Mehrheitseigentümer, das Land Niederösterreich, legte sich gegen den Deal quer. Damit bleibt alles beim Alten. Die ÖVAG bleibt mit ihren 41 Prozent der Aktien Hypo-Aktionärin in Niederösterreich. Für ÖVAG-Chef Franz Pinkl ist damit das Thema Hypo-Verkauf "erledigt", wie er am Freitag Vormittag erklärte. Eine weitere Optionsverlängerung lehnte er ab.

Mit dem Scheitern des Einstiegsvorhabens in Niederösterreich hatte Raiffeisen freilich binnen weniger Tage das Nachsehen bei gleich zwei Versuchen, bei Landes-Hypothekenbanken weitere Engagements einzugehen.

Bisher schon ist die Raiffeisen-Geldgruppe an 3 Hypos maßgeblich beteiligt: In Oberösterreich, in Salzburg und in der Steiermark.

Mitten im Privatisierungs-Finale, Stunden vor Ende der Anbotsfrist, hatte die Raiffeisen Landesbank Burgenland vorige Woche ein Angebot für die Bank Burgenland abgeblasen.

Und nun kam auch die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) beim begehrten Einstieg in der Hypo Niederösterreich nicht zum Zug.

Verkauf im Frühsommer paktiert

Der Verkauf der Hypo-Beteiligung der ÖVAG war im Frühsommer beim Verkauf der Investkredit-Anteile Raiffeisens an die ÖVAG zwischen den Banken als "Abtausch" paktiert worden. Das Land Niederösterreich (59-Prozent-Aktionär) war nicht eingebunden, pochte auf sein Vorkaufsrecht für die Hypo-Aktien der Volksbanken und zog vor Gericht.

"Die Österreichische Volksbanken-AG behält die Beteiligung an Hypo Niederösterreich", hießt es am Freitag auch in einem offiziellen Kommunique der ÖVAG. Die Option von Raiffeisen, die 41-prozentige Beteiligung an der Niederösterreichischen Landesbank Hypothekenbank AG von der Österreichischen Volksbanken-AG zu erwerben, ist am gestrigen 15. Dezember ausgelaufen.

"Raiffeisen und das Land Niederösterreich haben keine Einigung erzielt. Wir haben daher die Verlängerung der Option abgelehnt", so Pinkl.

Option als Bestandteil des Investkredit-Deals

Die ÖVAG betonte heute, dass sie sich "nicht aus eigener Initiative von der Hypo-Beteiligung, die sich gut entwickelt hat, trennen wollte". Die Einräumung der Option sei Bestandteil des Investkredit-Deals der ÖVAG gewesen.

"Wir haben für die Abgabe der Hypo-NÖ-Beteiligung die Bedingung aufgestellt, dass sich Raiffeisen mit dem Land Niederösterreich über den Erwerb einigt", so Pinkl. Da es zu keiner Einigung kam, sei das Thema Verkauf der Hypo-Beteiligung für die ÖVAG "erledigt".

"Ungeachtet der schwebenden Option haben wir zusammen mit Boston Consulting Group am strategischen Umbau der Hypo und an der Optimierung der Ertragssituation weitergearbeitet", betont Pinkl. Er beurteilt die "Fortsetzung des Landesbank-Konzepts gemeinsam mit dem Land Niederösterreich optimistisch".

Die Finanzierung der Investkredit-Akquisition ist laut ÖVAG unterdessen erfolgreich beendet, berichtete das Spitzeninstitut der heimischen Volksbanken weiter. Mittels Kapitalerhöhung erhielt die ÖVAG von den Volksbanken und ihren in- und ausländischen Aktionären im November 311 Mio. Euro an frischem Geld. Das Geld ist auf dem Konto. (APA)

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