UNO: Landbevölkerung wird diskriminiert

22. Dezember 2005, 13:19
5 Postings

Vereinte Nationen prangern Migrations­verbot an und fordern Armutsbekämpfung - Lebensmittellieferungen werden eingestellt

Peking - Die Vereinten Nationen haben China zur besseren Armutsbekämpfung in den ländlichen Gebieten aufgefordert. In einem Bericht des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) wurde besonders das umstrittene Registrierungssystem kritisiert, das es den Menschen auf dem Land praktisch verbietet, in die Städte zu ziehen. Außerdem müsse Peking mehr in die Bildungschancen der Kinder auf dem Land investieren.

Diskriminierung

Trotz des Verbots ziehen Millionen Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Städte, wo sie keinen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen haben und ihre Kinder nicht in die Schule gehen können. Für die Kinder müssten spezielle Schulen eingerichtet werden, forderten die Vereinten Nationen.

"Die Diskriminierung, die diese Kinder erleiden, sollte beendet werden, um sie besser in die Gesellschaft zu integrieren", hieß es. Der Bericht wurde von chinesischen Wissenschaftlern des UNDP verfasst. Sie forderten, die Regierung in Peking müsse eine nationale Gesundheitsfürsorge und ein Pensionssystem einführen.

Lebensmittellieferungen

Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte unterdessen, es werde wie geplant seine Lebensmittellieferungen an China einstellen. Das Land sei wegen des wirtschaftlichen Booms nicht länger auf Hilfe von außen angewiesen, sagte WFP-Direktor James Morris.

26 Jahre lang hatten die Lieferungen mehr als 30 Millionen der ärmsten Chinesen ernährt. Das WFP gab für das Programm in China rund eine Milliarde Dollar (833 Millionen Euro) aus. China erhielt die letzte Hilfslieferung im April. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kritik der UNO an Chinas Bildungssystem für die ländliche Bevölkerung.

Share if you care.