Fischskandal in Salzburg: Haltbarkeitsdatum geändert

20. Dezember 2005, 08:59
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Hausdurchsuchung in Tochterunternehmen der Nordsee - Fisch aus 2003 entdeckt - Fische wurden mit Heizstrahler aufgetaut

Salzburg - Das Salzburger Landeskriminalamt ermittelt gegen die Niederlassung des Tochterunternehmen der Nordsee, der Cerny und Nordsee FischhandelsgmbH.

Aufgetaute Fische

Bei einer Hausdurchsuchung wurden unter anderem aufgetaute Fischwaren vorgefunden, die als Frischfisch verkauft werden sollen sowie Räucherlachs, der mit neuem Ablaufdatum versehen war. In einem Gitterwagen wurden tiefgefrorene Fischprodukte gefunden, die mit einem daneben stehenden Heizstrahler aufgetaut waren.

Im Tiefkühlraum wurden abgelaufene Fisch- und Fleischwaren aus den Jahren 2003 und 2004 entdeckt, wie Chefinspektor Johann Tonis, Leiter des Ermittlungsbereiches Umweltkriminalität, auf Anfrage der APA bestätigte. Die Lebensmittelpolizei beanstandete auch die hygienischen Verhältnisse. Zahlreiche Proben wurden gezogen und abgelaufene Fisch- sowie Fleischwaren entfernt und bei der Tierkörperverwertung entsorgt.

Anonyme Anzeige

Ins Rollen gebracht wurde die Causa durch eine anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Linz. Die Salzburger Landeskriminalabteilung wurde mit den Ermittlungen beauftragt.

Nachdem am Donnerstag der Fischskandal bei der Niederlassung der Cerny und Nordsee FischhandelsgmbH in Salzburg aufgeflogen ist,werden nun auch Mitarbeiter zur weiteren Aufklärung einvernommen. A

Unregelmäßigkeiten

Bei der Nordsee-Niederlasssung in Salzburg soll es schon vor drei Jahren zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, damals ist es aber zu keiner Anzeige gekommen, wie Chefinspektor Johann Tonis bestätigte.

Nicht bestätigen konnte Tonis, wonach es bereits vor einigen Jahren eine Anzeige gegen eine Nordsee-Tochter am Naschmarkt in Wien wegen ähnlich lautender Vorwürfe gegeben habe.

Ermittlungen auch gegen Magistratsbeamten

Ins Visier geraten ist auch ein Magistratsbeamter, der schon mehrmals vor anstehenden Kontrollen in der Nordsee-Niederlassung gewarnt haben soll. Hier wird das Magistrat prüfen.

Verschärfte Kontrollen angekündigt

In den nächsten Wochen werden die Kontrollen sensibler Lebensmittel, wie Fisch, Geflügel und sonstiger Frischwaren, noch weiter verschärft, kündigte die für die Lebensmittelpolizei ressortzuständige Landeshauptfrau Gabi Burgstaller an. Gerade der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung sowie der Schutz vor kriminellen Manipulationen seien vorrangig.

Erst die Untersuchungsergebnisse würden Auskunft über das Ausmaß der Missstände geben. Mit einem vorläufigen Ergebnis wird nächste Woche zu rechnen sein. Auf Grund des gestrigen Kontrollergebnisses sei eine Schließung des Betriebes nicht erforderlich gewesen, stellte die Landeshauptfrau fest.(APA)

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    Ins Rollen gebracht wurde der Fischskandal durch eine anonyme Anzeige

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