Britischer Finanzplan kostet Österreichs Bauern 114 Millionen im Jahr

17. Dezember 2005, 09:09
posten

Nach internen Berechnungen der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern

Brüssel - Der revidierte britische Finanzvorschlag, der Grundlage für den EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel ist, würde Österreichs Bauern rund 114 Millionen Euro an EU-Geldern im Jahr kosten. Bei Beibehaltung einer 50-prozentigen nationalen Kofinanzierung würde dies in Summe einen Verlust von 228 Millionen Euro an Mitteln für die ländliche Entwicklung bedeuten. Dies geht aus internen Berechnungen der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs (PRÄKO) hervor, wie die APA am Donnerstag erfuhr.

Ausgangspunkt der Berechnungen sind die EU-Mittel für den ländlichen Raum in der laufenden Finanzperiode, die für Österreich durchschnittlich 458 Millionen Euro jährlich bringen. Der erste britische Finanzplan hätte diese Mittel auf 280 Millionen Euro reduziert. In dem am Mittwoch vorgelegten revidierten britischen Kompromisspapier sind zusätzlich 450 Millionen Euro für Österreich über sieben Jahre für die ländliche Entwicklung vorgesehen. Dadurch würden sich die EU-Zahlungen für den ländlichen Raum an die heimischen Bauern auf 344 Millionen Euro belaufen, also um 114 Euro weniger als derzeit.

Die britische EU-Ratspräsidentschaft hat starke Einschnitte in dem Finanzpaket vor allem bei den Geldern für die ländliche Entwicklung sowie für die Strukturhilfen an die osteuropäischen Regionen vorgesehen. Während die EU-Kommission noch 87 Milliarden Euro für den Bereich ländliche Entwicklung wollte, hätte der Luxemburger Vorschlag vom Juni nur noch 73 Milliarden Euro vorgesehen. Der jüngste britische Finanzplan würde die gesamten Mittel der EU für die Entwicklung des ländlichen Raums auf rund 66,3 Milliarden Euro kürzen.

Österreich profitierte bisher von diesen Geldern überproportional. 9,7 Prozent der EU-Gelder dieses Bereichs gehen in der derzeitigen Finanzperiode an österreichische Bauern. Im Vergleich dazu erhält Großbritannien nur 3,5 Prozent der Mittel für ländliche Entwicklung. Finnland profitierte mit einem Anteil von 6,7 Prozent ebenfalls stark von diesen Zahlungen. (APA)

Share if you care.