Amnesty: Großbritannien hat CIA Gefangenentransporte gestattet

19. Dezember 2005, 11:31
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Von Regierung "tief greifende und unabhängige Untersuchung" gefordert

London - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat Großbritannien vorgeworfen, sein Staatsgebiet für illegale Gefangenentransporte der CIA zur Verfügung gestellt zu haben.

Amnesty-Regionaldirektor Claudio Cordone erklärte am Donnerstag, das EU-Mitglied habe Maschinen des US-Geheimdienstes die Landung, das Auftanken und Abheben auf seinem Gebiet erlaubt. "Die britische Regierung muss umgehend eine tief greifende und unabhängige Untersuchung einleiten", forderte Cordone. Hinweise deuteten daraufhin, dass Großbritannien dabei behilflich gewesen sei, rechtswidrige Transporte zu ermöglichen. Die vom CIA beförderten Gefangenen drohten in den Bestimmungsländern Folter, Misshandlung oder spurlos zu verschwinden.

Nach Berichten von Medien und Menschenrechtsorganisationen hat die CIA Terror-Verdächtige in mehrere Länder verschleppt und dort foltern lassen. Unter anderem sollen geheime Gefängnisse der CIA in Polen und Rumänien existiert haben. Beide Staaten bestreiten dies. Auch die frühere deutsche Bundesregierung steht unter dem Druck, Informationen über angebliche Gefangenen-Flüge der CIA quer durch Europa darzulegen. Medienberichten zufolge sollen Maschinen auch in Deutschland zwischengelandet sein. Die USA haben die Vorwürfe bisher weder bestritten noch bestätigt. (APA/Reuters)

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