Palästinenser bei Jenin erschossen

19. Dezember 2005, 08:11
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Raketeneinschlag in Israel - Jüdische Siedler in Hebron müssen weichen

Ramallah/Jerusalem - Israelische Soldaten haben am Donnerstag nach Palästinenserangaben bei einem Schusswechsel nahe der Stadt Jenin im Westjordanland einen militanten Palästinenser erschossen. Nach Angaben von Augenzeugen soll der Mann Mitglied der Quds-Brigaden, des bewaffneten Arms der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Jihad, sein. Israelische Militärkreise wiesen jedoch jede Beteiligung an dem Vorfall zurück.

Die militante Gruppe Al-Quds (Jerusalem) feuerte unterdessen zwei Kassam-Raketen aus dem nördlichen Gazastreifen gegen Ziele im Süden Israels ab, die in der Nähe der Hafenstadt Ashkelon einschlugen, wie der israelische Rundfunk meldete. Verletzte gab es dabei nicht.

Israel will bis Mitte Februar dutzende jüdische Siedler zum Verlassen besetzter Häuser in Hebron im Westjordanland zwingen. Zehn Familien wohnen seit 2001 in Gebäuden, aus denen als Vergeltung für die Tötung eines israelischen Säuglings Palästinenser verjagt worden waren. Die Stadtverwaltung von Hebron, wo 130.000 Palästinenser leben, rief deswegen das Oberste Gericht Israels an. Verteidigungsminister Shaul Mofaz habe entschieden, dass die Familien gehen müssten, teilte die Staatsanwaltschaft dem Gericht am Donnerstag mit. Siedlersprecher Noam Arnon kündigte Widerstand an. Viele der 500 jüdischen Siedler im Zentrum Hebrons gelten als gewaltbereite Extremisten. (APA/dpa/AP)

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