Hamas begrüßt Ahmadinejads Aussagen

20. Dezember 2005, 16:00
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Politischer Chef der radikalen Palästinenser-Organisation Mechaal: "Teil der gemeinsamen Front"

Teheran - Der politische Chef der radikalen Palästinenser-Organisation Hamas, Khaled Mechaal (Mashaal), hat die antiisraelischen Verbalattacken des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad als "mutig" begrüßt. Zugleich sicherte er am Donnerstag bei einem Besuch in Teheran dem Iran die Unterstützung seiner Organisation im Fall eines israelischen Angriffs zu. "So wie die Islamische Republik Iran die Rechte der Palästinenser verteidigt, verteidigen wir die Rechte des Iran", sagte Mechaal. "Wir sind Teil der gemeinsamen Front gegen die Feinde des Islam."

Auch das umstrittene iranische Atomprogramm verteidigte der Palästinenserführer. "Selbst wenn das Programm militärischen Zielen dient - wo ist das Problem? Warum haben andere Länder wie Israel das Recht auf Atomwaffen?"

Nach der "gezielten Tötung" der Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und Abdelaziz Rantisi durch die israelische Armee hatte Premier Ariel Sharon auch jene von Mechaal angekündigt. Ein Versuch der Israelis, Mechaal in Jordanien zu "liquidieren", endete im September 1997 mit einem Fiasko. Zwei mit gefälschten kanadischen Pässen ausgestattete Agenten des Geheimdienstes Mossad wurden nach dem Fehlschlag des Vorhabens in Amman von den jordanischen Behörden festgenommen. Kanada protestierte, und der damalige jordanische König Hussein machte die Freilassung der Mossad-Männer von jener des inhaftierten Hamas-Gründers Scheich Yassin durch Israel abhängig.

Die Hamas, die Israels Existenzrecht bestreitet, hatte bei den palästinensischen Kommunalwahlen vom vergangenen Dezember und Jänner Erfolge auf Kosten der Fatah von Präsident Abbas und Premier Ahmed Korei verbuchen können. Vor den palästinensischen Parlamentswahlen im kommenden Jänner will Sharon Hamas-Kandidaten verhaften lassen. Die israelische Regierung widersetze sich einer Hamas-Beteiligung an den Wahlen am 25. Jänner, solange die Organisation nicht die Waffen abgibt und vom Ziel der Zerstörung Israels abrückt. Israel werde auch bei einem Wahlsieg der Hamas nicht mit deren Vertretern sprechen, kündigte der israelische Regierungschef an. (APA)

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