Kirgisien verlangt drastisch höheren Preis für US-Stützpunkt

22. Dezember 2005, 13:19
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Bakijew: Schluss mit "symbolischer" Miete - Moskau und Peking üben Druck aus - Statt 2 werden 200 Millionen Dollar gefordert

Moskau - Nach dem Verlust ihrer Basis in Usbekistan sollen die USA auf ihrem letzten verbliebenen zentralasiatischen Stützpunkt in Kirgisien drastisch mehr bezahlen. Der neue Mietpreis für den Luftwaffenstützpunkt Manas zur Versorgung der US-Truppen in Afghanistan müsse "mehrere Dutzend Mal höher" ausfallen, sagte der kirgisische Staatspräsident Kurmanbek Bakijew am Donnerstag in der Hauptstadt Bischkek. Konkrete Zahlen nannte er nach Angaben der Moskauer Nachrichtenagentur Interfax nicht.

Von 2 auf 200 Millionen

Kirgisien wolle den Grundpreis von zwei Millionen US-Dollar auf 200 Millionen Dollar (166 Millionen Euro) erhöhen, berichtete die "Financial Times". US-Truppen nutzen den Flughafen Manas bei Bischkek seit 2001. "Der frühere Preis für die Stationierung war rein symbolisch", sagte Bakijew. Jetzt sollten die Amerikaner wie marktüblich zahlen. Nach der Auflösung ihres Stützpunktes Karshi-Khanabad in Usbekistan im vergangenen Monat sind die USA stärker auf Kirgisien angewiesen. Bakijew steht seinerseits unter dem Druck Russlands und Chinas, die USA aus dem Land und damit ganz aus Zentralasien zu verdrängen.

Nach Angaben des US-Botschafters in Kirgisien, Stephen Young, gab Washington im vergangenen Jahr 163 Millionen Dollar für Manas aus, weil Flugsicherung und Flugbenzin jeweils extra bezahlt wurden. Die neue Preisforderung umfasse die Flugsicherung, aber wahrscheinlich nicht den Treibstoff, berichtete die "Financial Times".

Zusammen mit Russland und China hatten die Ex-Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan im Juli die USA aufgefordert, eine Frist für den Abzug ihrer Truppen aus der zentralasiatischen Region zu nennen. Der "Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit" gehören Russland und China sowie die vier GUS-Republiken an (die so genannten Shanghai-Sechs). (APA/dpa/AFP)

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