Großes Waffenlager bei Paris ausgehoben

22. Dezember 2005, 13:26
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Innenminister Sarkozy: Indirekte Kontakte zu Zarqawi-Terrorgruppe - 27 Festnahmen

Paris - Nach der Festnahme von 27 radikalen Muslimen hat die französische Polizei bei Paris ein umfangreiches Waffenlager ausgehoben. Dabei seien neben Kriegswaffen und Sprengstoff auch Polizeiuniformen sichergestellt worden, teilte die Polizei am Donnerstag in Paris mit. Zuvor hatte Innenminister Nicolas Sarkozy den meist aus Nordafrika stammenden Islamisten "indirekte Kontakte" zum Jordanier Abu Musab al-Zarqawi bescheinigt, der als Anführer der Al-Kaida-Terroristen im Irak gilt.

Das Waffendepot wurde in einer Parkbox in einem ruhigen Viertel von Clichy-sous-Bois ausgehoben. Der Ort war im November Ausgangspunkt der wochenlangen Unruhen in französischen Vorstädten gewesen. Die Polizisten fanden vermutlich vom Balkan stammende Sturmgewehre und Handfeuerwaffen samt Munition, ein Kilo des vom Militär verwendeten Sprengstoffs TNT und 19 Dynamitstangen, Lunten und elektronische Fernzünder. Auch eine Gendarmerieuniform und schwarze Overalls nach dem Vorbild der Polizeisondereinheiten, kugelsichere Westen und Kapuzen wurden sichergestellt.

Razzia

Bei einer der größten Razzien im Fundamentalistenmilieu in Europa hatte die Polizei am Montag und Mittwoch 27 Menschen festgenommen. Die meisten stammen aus Nordafrika. Einige haben nach inoffiziellen Informationen gestanden, mit Raubüberfällen Geld für "die islamische Sache" besorgt zu haben. Ein wegen Dokumentenfälschung vorbestrafter 31-jähriger, ein Franzose, kenne mehrere Mitglieder der Frankfurter Zelle, die wegen eines geplanten Anschlags auf den Weihnachtsmarkt von Straßburg verurteilt wurden.

Die Polizei hofft, mit der Analyse der gefundenen Waffen mehrere Raubüberfälle aufklären zu können. Die Gruppe habe "in der internationalen terroristischen Arbeitsteilung" die Finanzierung von "Terroranschlägen im Ausland" sichern sollen, hieß es. Das Geld sei in örtlichen Handelsunternehmen "gewaschen" worden. Einige Verbrecher wurden angeblich in Gefängnissen für die "muslimische Sache" angeworben. (APA/dpa)

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