Doping: Bekannte Anabolika-Substanz kann länger nachgewiesen werden

18. Dezember 2005, 12:30
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Entdeckung des Metaboliten verlängert Nachweiszeit um mehrere Wochen

Köln - Bei den Olympischen Winterspielen in Turin müssen Anabolika-Sünder die Doping-Fahnder voraussichtlich noch mehr fürchten. Die Forscher des Kölner Instituts für Biochemie haben den Metaboliten eines Anabolikums entdeckt, mit dessen Hilfe der Nachweis dieses verbotenen Doping-Mittels entscheidend verbessert werden könnte.

"Es handelt sich um den Metaboliten einer der bekanntesten Anabolika-Substanzen. Damit glauben wir, die Nachweiszeit um mehrere Wochen verlängern zu können", erklärte Prof. Wilfried Schänzer, Leiter des von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierten Labors, am Donnerstag. Metaboliten sind Zwischenprodukte beim Stoffwechsel.

Effektivere Tests

Die bisherige Nachweiszeit bei Anabolika liegt bei etwa einer Woche nach der Einnahme. "Das Problem lag bisher besonders beim Nachweis von Anabolika-Missbrauch im Training. Mit der neuen Methode könnte man vor allem in Ländern effektiver testen, in denen es kein gut ausgebautes Kontrollsystem gibt", sagte Schänzer.

Bei der WADA sind bereits finanzielle Mittel für die weitere Forschung, die zur Entwicklung der neuen Nachweismethode zur Serienreife notwendig ist, beantragt. "Wir hoffen auf eine schnelle Bewilligung, damit wir weiter unter Hochdruck weiterarbeiten können", so Schänzer. Bei der Entdeckung dieses Metaboliten stand auch der Zufall Pate. "Wir haben schon in diese Richtung gezielt geforscht, sind aber auch etwas zufällig darauf gestoßen", sagte Schänzer, der diesen Forschungserfolg als "einen weiteren kleinen Durchbruch" bezeichnete. Das Kölner Analyse-Institut ist eines von insgesamt 33 WADA-Laboratorien auf der Welt und das größte in Europa. (APA/dpa)

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