Tierschutzhaus platzt bereits vor Weihnachten aus allen Nähten

27. Dezember 2005, 09:16
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150 Hunde seit November aufgenommen - Weiterer Ansturm nach den Feiertagen durch Lebend-Geschenke befürchtet

Wien - Zwei Wochen vor Weihnachten platzt das Wiener Tierschutzhaus aus allen Nähten: "Schon jetzt sind beinahe alle unsere Kapazitäten ausgeschöpft. Hunde sind sogar schon bei uns in den Büros untergebracht und Kaninchen leben in der Teeküche", sagte Markus Hübl vom Tierschutzverein. Allein im Dezember landeten 344 Vierbeiner in der Obhut der Tierfreunde.

Negativrekord

Dieser Trend bereitet Hübl vor allem in Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage, nach denen erfahrungsgemäß mit einer ganzen Sturzflut von ungewollten Tieren zu rechnen ist, besonderes Kopfzerbrechen. 150 Hunde wurden seit 1. November aufgenommen - 80 Prozent von ihnen als herrenlose Fundtiere. "Das ist ein neuer Negativrekord", klagte Hübl.

Grund für diesen Anstieg sieht Hübl in der Tatsache, dass sich viele Menschen vor dem großen Fest überfordert fühlen und das Tier als lästig empfinden. Auch der anstehende Winterurlaub und die Unterbringungsfrage veranlasse so manchen, sich von seinem Vierbeiner endgültig zu trennen.

Symbolische Testgeschenke

Der zweite "Run" auf Tierschutzhäuser steht erfahrungsgemäß nach Weihnachten bevor, wenn unzählige Lebend-Geschenke wieder abgegeben werden. Von einem Tier unter dem Christbaum rät Hübl ohnedies dringend ab. "Das gegenseitige Finden von Tier und Herr ist ein wichtiger Prozess und eine unerlässliche Basis für eine lang anhaltende Beziehung. Beide Seiten bräuchten die Chance sich einander auszusuchen", sagte der Vereinssprecher. Mensch und Tier, die nicht zueinander passen, können auch nicht miteinander leben - diese Vierbeiner landen dann meist im Heim.

Stofftiere als Symbol schenken

Denjenigen, die mit dem Gedanken liebäugeln, ihre Lieben mit einem Lebend-Geschenk zu überraschen, rät Hübl, symbolisch ein Stoffexemplar unter den Christbaum zu legen. Das eigentliche Tier könne man dann später gemeinsam - am besten im Tierschutzheim - aussuchen. So könne man sicher sein, dass die Überraschung nicht im bösen Erwachen endet.(APA)

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    Symbolische Geschenke als Test, ob Tier wirklich erwünscht ist

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