Kein Merry Christmas für Videospielindustrie

23. Dezember 2005, 12:21
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Weihnachtsverkäufe deutlich hinter Erwartungen - SpielerInnen mit Ermüdungserscheinungen

Die Videospielindustrie muss in diesem Jahr trotz enormen Verkaufszahlen der neuen Xbox 360 mit deutlichen Verlusten rechnen. Das Weihnachtsgeschäft bleibt für die großen Hersteller hinter den Erwartungen zurück und wird den Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr durch die Bank rückläufige Ergebnisse einbringen.

Rückgang

Die US-Marktforschungsgruppe NPD berichtete in dieser Woche über einen Rückgang von 18 Prozent der Videogames-Verkäufe. Während im November vergangenen Jahres in den USA 850 Mio. Dollar umgesetzt wurden, waren es im Vergleichsmonat dieses Jahres nur 700 Mio. Dollar. Auf das Gesamtjahr gerechnet verzeichnet die Videospielindustrie laut NPD ein Minus von drei Prozent.

Spürbare Einbußen

Die großen Hersteller wie Activision und Electronic Arts (EA) rechnen mit spürbaren Verkaufseinbußen, die vor allem auf ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft zurückzuführen seien. Die Schuld dafür könnte zum Teil auch an der Einführung neuer Spielkonsolen liegen. Aufgrund der Veröffentlichung der Microsoft Xbox 360 und Sonys Playstation 3 seien die Konsumenten im Kauf von Spielen für ältere Games-Generationen eher zurückhaltend und würden ihr Geld lieber für neue Systeme ausgeben, sagen Marktbeobachter. Die mäßigen Zahlen des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts sind allerdings auch im Vergleich zu einem herausragenden vierten Quartal im Vorjahr zu sehen. 2004 kamen zu dieser Zeit gerade die Erfolgsspiele Halo 2 und GTA: San Andreas auf den Markt.

Ermüdungserscheinung

Analysten sehen bei vielen Konsumenten auch eine Art Ermüdungserscheinung gegenüber bestimmten Nachfolgerspielen, die bisher eine fixe und wichtige Einnahmequelle für die Hersteller waren. Und während tragbare Spielkonsolen wie die Sony Playstation Portable zwar einen neuen Markt für die Videospielproduzenten eröffneten, blieben die Verkaufszahlen doch deutlich hinter den Erwartungen zurück. In Deutschland zeigen sich die großen Hersteller offenbar trotzdem optimistisch. "Für uns ist das Weihnachtsgeschäft nicht besonders enttäuschend, wir rechnen auch nicht mit Verlusten", heißt es zum Beispiel vom Games-Produzenten Take2 Interactive gegenüber pressetext.(red/pte)

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