Wissenschafterin durchleuchtet Wiener Schimpfwörter

28. Dezember 2005, 08:59
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Germanistin aus der Ukraine ist Spezialistin für verbale Aggression

Wien - Den Schatz an typisch Wienerischen Schimpfwörtern möchte die aus Lemberg in der Ukraine stammende Germanistin Oksana Havryliv nun erstmals systematisch-wissenschaftlich durchleuchten.

Die Dozentin der Nationalen Ivan Franko Universität Lviv gilt als Expertin für Schimpfwörter, ihr jüngstes Werk ist ein Deutsch-Ukrainisches Schimpfwörterlexikon - "vom Aasgeier bis zur Zimtzicke". Die nun beginnenden Arbeiten am Institut für Germanistik der Uni Wien werden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt, berichtet der Forschungsnewsletter der Universität.

Verbale AggressionP> Entgegen oft geäußerten Behauptungen glaubt Havryliv nicht, dass Österreicher und im Speziellen Wiener besonders viel schimpfen. "Sie tun dies aber besonders kreativ und witzig", so die Germanistin. Als Ursache dafür sieht sie die Rolle Wiens als Schnittpunkt verschiedener Nationalitäten, "wo der Alltag viele potenzielle Konfliktsituationen liefert". Etwa 90 Prozent aggressiven Verhaltens sind verbaler Natur.

Wissenschaftliche Forschungen über Schimpfen und Schimpfwörter gleichsam direkt an der Quelle wurden laut Havryliv bisher nicht angestellt, wenngleich viel populärwissenschaftliche und Unterhaltungsliteratur zu diesem Thema existiert. Sie selbst, habe sich bisher für ihre Arbeiten etwa literarischen Bezugsquellen bedient, so H. C. Artmann, Thomas Bernhard oder Werner Schwab.(APA)

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