Hunger auf geschmuggelten Kaviar

18. Dezember 2005, 20:41
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Zwölf Tonnen Fischeier in fünf Jahren in Europa beschlagnahmt

Genf/Wien - Champagner und Kaviar gelten zwar als stilvolle Kombination, der illegale Handel mit den Fischeiern bedroht nach Befürchtungen von Umweltschützern aber das Überleben vieler Störarten in Europa und Asien. Zwölf Tonnen Kaviar wurden in den vergangenen fünf Jahren in Europa beschlagnahmt, unter der Hand noch eine weit größere Menge auf der Straße oder in Edelrestaurants verkauft, erklärten der WWF und die Organisation Traffic am Donnerstag.

Das Geschäft reiche von Privatleuten, die Kaviar in Gläsern auf Märkten verkauften, bis zu Schmuggelbanden, die die illegale Ware mit Kurieren an ihre Kunden auslieferten. Der Kaviarhandel wird vom Washingtoner Artenschutzabkommen Cites geregelt. Die UN-Behörde mit Sitz in Genf verhängt jährliche Quoten, diejenige des vergangenen Jahres wurde auf etwa 120 Tonnen gesenkt. Während der legale Handel zwischen 1998 und 2003 um 70 Prozent zurückgegangen sei, habe der illegale Verkauf die Lücke sehr wahrscheinlich gefüllt, erklärten der WWF und Traffic. Folge: Die Hälfte der 27 Störarten gilt als gefährdet, zwei davon sind vom Aussterben bedroht.

In Österreich seien zwischen 1999 und 2004 520 Kilogramm des "schwarzen Goldes" abgefangen worden, rechnet der WWF vor. Besserung versprechen sich die Aktivisten ab kommendem Frühjahr, eine neue Kennzeichnungsverordnung soll klarer machen, ob der Kaviar legal importiert ist. (red, DER STANDARD - Printausgabe, 16. Dezember 2005)

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