Streit in Banken-Lohnrunde

22. Dezember 2005, 13:59
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Ultimatum bis 22. Dezember - Bleibt bis dahin KV-Einigung aus, stehen Kampfmaßnahmen ins Haus

Wien - In der bisher ergebnislos verlaufenen Lohnrunde für die mehr als 70.000 Bankangestellten verstärkt die Gewerkschaft jetzt den Druck: In Betriebsrätekonferenzen in ganz Österreich wurde heute, Donnerstag, eine Mobilisierung der Belegschaften in die Wege geleitet. Als "Ultimatum" gilt der 22. Dezember. Sollte an dem Tag ein Abschluss ausbleiben, drohen Kampfmaßnahmen.

"Wir sind empört, dass trotz rekordverdächtiger Ertragslage für 2005 das aktuelle Angebot nur knapp die Inflationsrate abdeckt. Dies würde für die MitarbeiterInnen im Geldsektor unzumutbare Einkommensverschlechterungen und eine Abkoppelung von der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche bedeuten", heißt es in der anlässlich der Versammlung in Wien von ca. 150 BetriebsrätInnen beschlossenen Resolution.

Rekordverdächtige Ertragslage

Erst kürzlich hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) den Kreditinstituten eine rekordverdächtige Ertragslage für das Jahr 2005 bescheinigt. Die Eigenkapitalrendite wird im Jahr 2005 auf 11,12 Prozent steigen. Die Provisionserträge im Inland steigen um 38 Prozent. Gleichzeitig können laut jüngster Untersuchungen die Vorstände österreichischer Aktiengesellschaften mit 3,8 Prozent mehr Einkommen als im Vorjahr rechnen, während die reale Gehaltssteigerung der MitarbeiterInnen im gleichen Zeitraum lediglich 0,2 Prozent betragen habe.

Essenziell sei in der heurigen KV-Runde, die Mitarbeiter wieder am Produktivitätszuwachs partizipieren zu lassen. Der KV-Abschluss müsse außerdem effektiv auf die Gehälter aller BankmitarbeiterInnen wirken, so die Gewerkschaft.

An die Arbeitgeber wurde zudem die Forderung gestellt, ihr prinzipielles Nein zu sämtlichen dienstrechtlichen Forderungen grundlegend zu überdenken. Durch Änderungen der Arbeitsorganisation und der Arbeitsabläufe entstehe die Notwendigkeit rahmenrechtlicher Verbesserungen.

Nach den heutigen Betriebsrätekonferenzen wollen die Arbeitnehmervertreter die Mitarbeiter in den einzelnen Banken informieren und weitergehende Schritte beraten. "Sollte beim nächsten Verhandlungstermin am 22. Dezember kein zufrieden stellendes Ergebnis erzielbar sein, sind weitere Maßnahmen wie Betriebsversammlungen während der Arbeitszeit ins Auge gefasst". Diese Rute stellte Wolfgang Heinzl von der GPA (Finance) den Arbeitgebern ins Fester. (APA)

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