Schwimmen: Schock nach Schein-Hinrichtungen

25. Dezember 2005, 12:24
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Generalsekretär des Australischen Verbands: "Eklatanter Fehler"

Melbourne - Bilder von Schein-Hinrichtungen an Nachwuchs-Schwimmern in einem Trainingscamp haben in der australischen Öffentlichkeit und bei Offiziellen des nationalen Verbandes Empörung ausgelöst. Die Aufnahmen, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, zeigen einen auf dem Boden knieenden jungen Mann, der die Hände hinter dem Kopf verschränkt hat. Dahinter steht ein älterer Mann, der mit einer Handschusswaffe auf den Kopf des Knieenden zielt und offenbar auch abdrückt. Ein weiteres Bild zeigt den nach vorn gestürzten jungen Mann, der wie leblos auf dem Boden liegt.

"Diese Bilder sind ekelhaft, beleidigend für die Opfer, beschämend und schlichtweg inakzeptabel", erklärte der Verbands-Generalsekretär Glenn Tasker am Mittwoch. "Wir sind schockiert." Verantwortlicher Leiter des militärisch orientierten Camps war der Schwimmtrainer Rohan Taylor, der für den Teilbereich "psychologische Schulung" einen Marine-Offizier angeheuert hatte. Dieser hatte die Schein-Hinrichtungen inszeniert und sie damit begründet, dass man daran erkennen könne, welcher Athlet selbst größtem Druck Stand halten könne. Auch Delfin-Weltmeisterin Danni Miatke gehörte zu den Absolventen des Camps.

"Solche Trainings-Regimes gehören mit zu unserem Sport. Aber es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Ich war geschockt, als ich das gesehen habe. Ich muss mit Nachdruck darauf verweisen, dass so etwas vom australischen Verband niemals gebilligt wird", sagte Tasker. Um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft auszuschließen, will der Verband mit der nationalen Trainervereinigung über die Vorgänge diskutieren.

Rohan Taylor habe einen "eklatanten Fehler in der Einschätzung" begangen, hieß es von Seiten des australischen Verbandes. Tasker und Landes-Cheftrainer Alan Thompson sprachen mit Taylor, der sich nach Angaben des Verbandes für die Vorkommnisse entschuldigte und eine Wiederholung der Schein-Hinrichtungen ausschloss. Die Tageszeitungen, die die Bilder veröffentlichten, gaben keine Quellen an.(APA/dpa)

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