265 Airlines müssen sich neuem Sicherheitstest unterziehen

16. Dezember 2005, 08:56
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Branchenverband reagiert auf Serie von Flugzeugunglücken

Genf - Die 265 Fluggesellschaften des internationalen Branchenverbands IATA (International Air Transport Association) müssen sich bis Ende 2007 einer neuen Sicherheitsprüfung unterziehen. Die Unternehmen, die den Kontrollen nicht nachkämen, würden aus dem Verband ausgeschlossen, sagte IATA-Chef Giovanni Bisignani am Mittwoch. Sicherheit sei die "oberste Priorität".

Bis Ende dieses Jahres werden sich demnach voraussichtlich bereits 140 Fluggesellschaften der Prüfung unterzogen haben. Die IATA hatte am vergangenen Freitag beschlossen, die Überprüfungen nach dem so genannten IOSA-Standard von 2001 verbindlich einzuführen. Die IATA steht für 94 Prozent des weltweiten Luftverkehrs. Allerdings gehören dem Verband nur wenige Charterlinien oder Billigflieger an.

Hintergrund der Entscheidung sind Sorgen über die Flugsicherheit nach einer Serie von Abstürzen und Unglücken in Europa und Afrika. Der Zeitraum von August bis September dieses Jahres sei "eine der schlimmsten Perioden" gewesen, sagte Bisignani. Das Vorjahr sei dagegen vergleichsweise sicher gewesen. Von 1,8 Milliarden transportierten Passagieren kamen demnach 470 Menschen ums Leben. Die Sicherheitschecks der IATA werden von sieben unabhängigen Unternehmen vorgenommen. Sie ersetzen aber nicht die Kontrollen der nationalen Behörden im Heimatland der Fluggesellschaft.

Bisignani wandte sich gegen so genannte schwarze Listen unzuverlässiger Fluggesellschaften. Er glaube nicht, dass solche Listen Fortschritte im Bereich der Sicherheit bringen würden, sagte er. In Belgien, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz gibt es solche Listen bereits. Eine EU-weite schwarze Liste soll im kommenden Frühjahr in Kraft treten.(APA)

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