Skepsis über Gerede von 2002

15. Dezember 2005, 17:28
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In der Popmusik liegt ewige Wahrheit. Nur welche? Diese Woche betrachten wir "None Of Us Are Free" von Solomon Burke

Während wir den Amerikanern in ihren Rosinenbombern jetzt vor den Fernsehern zujubeln, sausen uns ganz andere, reale Flugzeuge über die Köpfe - die der CIA, statt Rosinen haben sie Männer in Ketten an Bord, Gefangene, für die es keinerlei Rechte gibt. Alles Unfug, das Gerede von offener Gesellschaft und Freiheit, daran erinnert uns Solomon Burke im Jahr 2002: "None of us are free!", singt er da, "if one of us is chained": Klingt dramatisch und komisch aus der Zeit gefallen.

Burke meint: Freiheit muss immer als die eines Kollektivs gedacht werden. Anders als in den 80ern angenommen ist die Freiheit des Einzelnen zweitrangig. Es gibt Orte inmitten unserer offenen Gesellschaft, an die Aufklärung und Menschenrechte nicht gedrungen sind, die finster sind wie ein CIA-Flieger über den Wolken, wo die Freiheit ja gar nicht grenzenlos ist. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.12.2005)

Von Philipp Oehmke

Tracklist:

Common
Aquarius
Nelly Hot In Herre
Herbert Grönemeyer Mensch
Kettcar Landungsbrücken raus
Death In Vegas Scorpio Rising
Badly Drawn Boy
Something To Talk About
Xavier Naidoo Brief
Solomon Burke None Of Us Are Free
Missy Elliott Work It
Sean Paul Gimme The Light
Ron Sexsmith Feat
Chris Martin Gold In Them Hills
Mando Diao Mr Moon
Motorpsycho Serpentine
J.C.A. I Begin To Wonder
Klee Erinner dich
International Pony Leaving Home
Gentleman Dem Gone
Panjabi MC Mundian To Bach Ke
The Notwist One With The Freaks
Lambchop Is A Woman
  • Solomon Burke: "None of Us Are Free"
    foto: spv

    Solomon Burke: "None of Us Are Free"

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