Gazprom-Chef: Haben nie mit Schröder über Entlohnung gesprochen

19. Dezember 2005, 11:30
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Aufsichtsrats-Posten laut Miller erst nach Schröders Rückzug offeriert

Berlin - Der deutsche Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nach Angaben von Gazprom-Chef Alexej Miller erst nach Bekanntwerden seines Ausscheidens aus dem Amt der Vorsitz des Aufsichtsrats der Pipeline-Gesellschaft angeboten worden. Man habe Schröder mehrmals den Job angeboten. Am 9. Dezember habe Schröder dann seine Zusage gegeben, sagte Miller der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. Er ergänzte: "Ich kann ihnen sagen, dass die Frage der materiellen Entlohnung von Herrn Schröder nie, unter keinem Aspekt mit ihm besprochen wurde."

"Das Angebot wurde zu einem Zeitpunkt gemacht, als bekannt wurde, dass Herr Schröder die große Politik verlässt und Deutschland einen neuen Kanzler haben wird", sagte Miller. Schröders Aufgabe sei die Förderung der Zusammenarbeit zwischen der russischen und deutschen Energiewirtschaft.

Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" kann Schröder für sein Engagement mit jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro rechnen. Diese Summe hätten Gazprom-Kreise als "angemessen für die verantwortliche Tätigkeit" bezeichnet, berichtete die Zeitung. Unter der Verantwortung des SPD-Politikers seien Entscheidungen mit weit reichenden Folgen zu treffen wie die Beteiligung von Gazprom am europäischen Erdgasnetz. Schröder hatte Berichte über eine zu erwartende Entlohnung zwischen 200.000 und einer Million Euro als viel zu hoch zurückgewiesen. (APA/Reuters)

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