U-Bahn-Garantie zum Stadion

16. Dezember 2005, 12:01
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Häupls Ärger mit Geschwätzigkeit: "Wenn man Grundstücke kaufen will, soll man das Maul halten."

Wien - Wiens Bürgermeister Michael Häupl hatte im STANDARD-Interview garantiert: Das neue Austria-Stadion werde in Rothneusiedl gebaut - darauf habe man sich mit Frank Stronach geeinigt. Diesen Mittwoch gab Häupl nun in der Fragestunde des Gemeinderates eine zweite, ergänzende Garantie ab: Ohne U-Bahn-Anbindung werde in Rothneusiedl nichts gebaut.

Der Grüne Christoph Chorherr, der bei Häupl angefragt hatte, interpretierte dies als "Riesendämpfer" für das Vorhaben. Das Stadion werde sicher nicht vor 2014 errichtet.

Was Häupl nicht ganz so sieht: Er verwies auf die "normative Kraft des Faktischen" - und darauf, dass die U2 ja auch rascher zum Happel-Stadion gebaut werde.

Was die Grundstückspreise im Süden Wiens betrifft - auch hier waren die Forderungen durch die Ankündigungen zum Stadionbau angeheizt worden - ärgert sich Häupl: "Wenn man Grundstücke kaufen will, soll man das Maul halten. Aber bei den Beteiligten ist das wahrscheinlich etwas Schwieriges." Dem "Vizepräsidenten eines Sportvereins" warf Häupl gar "Logorrhö" (Sprechdurchfall) vor.

Damit kann eigentlich nur der Austria-Vize Andreas Rudas gemeint sein, der im STANDARD-Interview unter anderem von einem Baubeginn "frühestens 2007" gesprochen hatte. Den Baubeginn 2007 hält man im Rathaus für absolut unrealistisch. Aber: "Wenn wir vom Bund die Zusage für eine 50:50-Finanzierung bekommen, könnten wir nahtlos an die U1-Verlängerung im Norden den Ausbau der U1 im Süden anschließen", so Planungsstadtrat Rudi Schicker im STANDARD-Gespräch. Ein Fertigstellungstermin 2012/2013 sei möglich. (frei, DER STANDARD Printausgabe 15.12.2005)

  • Verkehrsplanung Wien-Süd
    grafik: standard

    Verkehrsplanung Wien-Süd

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