Skihelm-Appell für Kids

18. Dezember 2005, 20:41
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Note "gut" nur für drei von 13 Modellen - Helm darf nicht verrutschen

Wien - Kinder seien besonders gefährdet, sich bei Skiunfällen am Schädel zu verletzen, bringt Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben, zu Beginn der Pistensaison in Erinnerung: "Kinder haben einen im Verhältnis zum übrigen Körper größeren und schwereren Kopf, ihre Muskulatur und ihre Reflexe sind noch nicht so ausgeprägt."

Deshalb sei vor allem für die Jüngeren ein passender Skihelm Pflicht, betont Kisser. Ein passender Helm, wie gesagt, der bei ruckartigen Kopfbewegungen auch dann nicht verrutscht, wenn er noch nicht befestigt ist.

Wichtig: Die Belüftung

Auch auf ausreichende Belüftung, um einen Hitzestau zu vermeiden, sei beim Kauf zu achten. Mindestens alle drei Jahre, so der Experte, sollte der Kinderskihelm zudem erneuert werden, da die auf den Pisten herrschenden Wetterbedingungen den Kopfschutz spröde werden ließen.

Gemeinsam mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat das Institut Sicher Leben 13 Skihelme für Kinder und Jugendliche - Preislage: 40 bis 100 Euro - getestet und das Ergebnis am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert. Das auch in der Zeitschrift Konsument veröffentlichte Ergebnis: "Eine Herminator unter den Skihelmen gibt es nicht." Nur drei der 13 Modelle schnitten mit "gut" ab. Die übrigen Helme erhielten die Bewertung "durchschnittlich", ein Helm die Bewertung "wenig zufrieden stellend".

Nur ein Modell biete optimalen Schutz bei Stürzen, die restlichen seien in puncto Stoßdämpfung "bestenfalls durchschnittlich", berichtete VKI-Geschäftsführer Franz Floss. Immerhin jedoch gelte: "Besser einen Skihelm aufsetzen als keinen."

Beim Praxistest durch Nachwuchsrennläufer der Skihauptschule Lilienfeld hatten die Helme dann besser abgeschnitten: Die Jugendlichen waren mit Stoßdämpfung, Halterung und Sichtfeld fast aller Modelle zufrieden.

Jahr für Jahr verunglücken rund 69.000 Ski- und Snowboardfahrer auf den heimischen Pisten, 8600 von ihnen sind jünger als 15 Jahre. Laut Experten kann ein Skihelm das Risiko von Schädel- und Gehirnverletzungen um rund 85 Prozent senken. (APA, bri, DER STANDASRD Printausgabe 15.12.2005)

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    Skihelmpflicht wie in Italien gibt es für Kinder in Österreich nicht, aber laut Experten ist Kopfschutz ein Muss

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