Tierparks Herberstein: Rot-schwarze Waffenruhe im Steirer Advent

15. Dezember 2005, 16:26
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Einigung für künftige Finanzierung kündigt sich an

Graz - In der Frage der künftigen Finanzierung des oststeirischen Tierparks Herberstein durch das Land Steiermark dürfte es nun doch zu einer Einigung der beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP kommen. Nachdem Landeshauptmann Voves sichergestellt hatte, dass es ihm um die Rettung des Tierparks gehe, zeigte sich die ÖVP versöhnt.

Die Volkspartei hatte die SPÖ kritisiert, weil diese dem jahrelang hoch subventionierten Tierpark eine Überbrückungshilfe von 600.000 Euro zukommen lassen will. Vor der Landtagswahl stand aber vor allem die ÖVP im Kreuzfeuer der Kritik, weil ihr vorgeworfen wurde, dass Gelder ohne die nötige Kontrolle an die Schlossherrin Andrea Herberstein geflossen seien. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Causa nach wie vor.

Der Sohn Andrea Herbersteins, Max Herberstein, ist nun Ansprechpartner für die Landesregierung. Die neuerlichen Zahlungen für den unter der Mutter schwer verschuldeten Tierpark, sollen künftig transparent und über ein Treuhandkonto fließen. Damit kann nun auch Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP) leben, der den Konflikt der letzten Tage als "nicht notwendig" bezeichnete. Aus dem Büro Voves ist man nun sowohl hinsichtlich des Tierparks als auch der rot-schwarzen Zusammenarbeit wieder optimistisch: "Die ÖVP ist von diesen rauen Tönen weg gekommen. Wir wissen auch, dass Streitereien die Leute nerven. Jetzt wird gearbeitet".

Nicht zufrieden mit der neuerlichen Subvention ist die KPÖ. Ernest Kaltenegger meinte zur drohenden Schließung des Betriebs: "Wenn es der Familie Herberstein ernst ist, sollte man über eine Übergabe des Tierparks diskutieren, und zwar zu Bedingungen, die für die Steuerzahler akzeptabel sind." (cms, DER STANDARD Printausgabe 15.12.2005)

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