
Die Polizei errichtete Straßensperren auf dem Weg nach Cronulla.
Die Kämpfe zwischen tausenden Cronulla-Bewohnern anglokeltischen Ursprungs und randalierenden libanesischstämmigen Australiern aus ärmeren Vororten im Westen der Stadt hielten bis Dienstag an. In der Nacht auf Mittwoch ging eine Kirche in Flammen auf, ein Racheakt randalierender libanesisch-australischer Jugendlicher wahrscheinlich.
Auch in mehreren anderen Städten wurde schon aufgerufen, "unser" Australien gegen den "muslimischen Abschaum" zu verteidigen. Cronulla ist der spektakuläre Zusammenbruch eines Mythos. Über Jahrzehnte hatte Australien der Welt - und sich selbst - ein Bild der Harmonie zwischen verschiedenen Ethnien vorgegaukelt.
Bis zu einem gewissen Punkt trifft dieses sonnige Porträt zu. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat das Land "Down Under" Millionen Menschen aus aller Welt aufgekommen. Viele Australier "ethnischen" Ursprungs sind größere Patrioten als die klassischen "Aussies": Jene Nachkommen der ersten Weißen, der Sträflinge und Siedler anglokeltischer Abstammung, die die Aboriginal-Ureinwohner vor über 200 Jahren von ihrem Land vertrieben hatten.
Etwa seit den 1960-Jahren blieben negative Gefühle offiziell im Untergrund - doch trotz Jahrzehnten der Multikulturalität sind Ignoranz, Abneigung und purer Rassismus Tradition in weiten Teilen des weißen Australien. Das Feindbild und die Schimpfnamen ändern sich mit jeder Einwanderungswelle. Italiener waren "Wogs", Vietnamesen "Chinks" - und natürlich die Libanesen, die "Lebos".
Politisches Kapital
Doch seit zehn Jahren nutzt der konservative australische Premierminister John Howard geschickt die Ressentiments, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Nie direkt, immer versteckt, warnt er vor vermeintlichen Gefahren durch das "andere". Muslimische Asylsuchende aus Asien rückt er in die Nähe von Terroristen und sperrt sie jahrelang in Internierungslager. In Ankömmlingen aus dem Nahen Osten sieht er Rekrutierungsmaterial für Al-Kaida.
Angefeuert wird die Stimmung von einflussreichen Rundfunkmoderatoren; unverhohlenen Regierungssympathisanten, die aus ihrer rechtsextremen Ideologie auf Sendung keinen Hehl machen. Die "Politik der Spaltung", wie sie Kritiker nennen, hat sich für Howard als Segen erwiesen. Während weiße "Aussies" sich gestärkt fühlen in ihrem Glauben, die wahren Träger der Fahne mit dem "Kreuz des Südens" zu sein, wird seine Regierung immer wieder gewählt. Schließlich kann man dank ihr wieder sagen, was man denkt. (DER STANDARD, Print, 15.12.2005)
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wenn wunderts. man braucht sich doch nur anschauen was die australier mit den ureinwohnern gemacht haben. die weißen australier sind eben engländer, noch schlimmer- ihre vorfahren waren großteils englische verbrecher.
die engländer waren immer schon böse und berechnende kolonisten die millionen menschenleben auf dem gewissen haben.
kein wunder also, dass endlich die anderen weltweit zurückschlagen und auf die weißen losgehen. es hätte schon früher passieren sollen!
Klar, 5000 junge Maenner, die am Strand demonstrieren (und ein kleiner Teil was Nazis, aber die meisten hatten enfach nur die Nase voll von den Muslim gangs!) ist nicht grade erbaulich, aber 40 Polizisten hielten die 'Meute im Schach', und es wurden nichts angezuended oder sonstwie zerstoert.
Die Aussies sind halt eben Anfaenger in Sachen Riot ;)
Im Gegenzug gabs dafuer 100+ Autos voll mit Lebanese Muslime die mit Pistolen und Baseball schlaegern im Wohngebiet der 'Weissen' Zivilkrieg entfachten.
Inzwischen ist Kirche Nr. 4 in Flammen aufgegangen.
Also, wenn ich die Wahl habe, ist mir the 'Strandmeute' auf jeden Fall lieber. Die sind vielleicht nicht sehr clever, allerdings nicht so verroht und gefaehrlich wie die 'Raecher'.
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