Stiftungsrat segnete Finanzplan und Gehaltsabschluss ab

14. Dezember 2005, 18:25
posten

Letzte Sitzung des Gremiums in aktueller Besetzung - Neukonstituierung voraussichtlich am 27. Februar - Schüssel-Rede kein Verstoß gegen Objektivitätsgebot

Der ORF-Stiftungsrat hat am Mittwoch zum letzten Mal in seiner derzeitigen Zusammensetzung getagt und dabei unter anderem den Finanzplan für 2006 einstimmig beschlossen. Auch ein Datum für die Neukonstituierung ist absehbar: Voraussichtlich am 27. Februar 2006 soll sich der "Stiftungsrat neu" konstruieren, hieß es am Rande der Sitzung.

Der Finanzplan des ORF für 2006 sieht bei Erträgen in der Höhe von 778,5 Mio. Euro und Aufwendungen in der Höhe von 778,2 Mio. Euro ein ausgeglichenes Ergebnis vor, teilte der ORF in einer Aussendung mit. Großereignisse Olympia, Fußball-WM, aber auch Mozartjahr, EU-Präsidentschaft und Nationalratswahl erfordern Sonderbudgets in der Höhe von 34,2 Mio. Euro.

409,9 Millionen Euro für das Programm

Insgesamt will der ORF im kommenden Jahr 409,9 Millionen Euro für das Programm ausgeben, 2005 betrug das Programmbudget 402,8 Mio. Euro. 2,6 Mio. Euro sind für die so genannten Randsportarten auf TW1 vorgesehen, das mit der Novelle des ORF-Gesetzes ein öffentlich-rechtliches Sport-Fenster erhält. Die Gebühreneinnahmen des ORF sollen 2006 von 451,4 Millionen Euro im Finanzplan 2005 auf 458,9 Mio. Euro steigen. Bei den Einnahmen aus klassischer Werbung sind laut ORF 294,4 Mio. Euro geplant.

Abgesegnet hat der Stiftungsrat am Mittwoch auch die Gebahrungsprüfung des Geschäftsjahres 2004, Generaldirektorin Monika Lindner wurde einstimmig entlastet. Außerdem gab das Gremium dem Gehaltsabschluss 2006 seinen Segen, der eine Steigerung der Löhne um 2,2 Prozent sowie eine Einmalzahlung in der Höhe von 300 Euro vorsieht.

Die ORF-Sendetechnik-Tochter ORS erhält ihrerseits eine Tochter, die DVB-T FörderungsgmbH. Sie soll beim Umstieg auf digitales, terrestrisches Fernsehen die Abwicklung der Förderungen koordinieren und Transparenz wahren, erklärte Alexander Wrabetz, der Kaufmännische Direktor des ORF.

Schüssel-Rede kein Verstoß gegen Objektivitätsgebot

Generaldirektorin Lindner berichtete den Stiftungsräten auch von einer aktuellen Entscheidung des Bundeskommunikationssenats: Die heftig kritisierte TV-Ansprache von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) anlässlich des Staatsvertragsjubiläums im Mai des Jahres sei kein Verstoß gegen das Objektivitätsgebot gewesen. Eine entsprechende Beschwerde beim Senat hatten die Grünen eingebracht. (APA)

Share if you care.