Option um Hypo endet heute - Sobotka wirft ÖVAG Taktiererei vor

16. Dezember 2005, 11:15
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NÖ-Finanzlandesrat: Erst wenn alle Hypo-Aktien wieder in Landesbesitz sind, kann Suche nach neuem strategischen Partner beginnen

Wien - Niederösterreichs Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka wirft der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) vor, im Streit um die Hypo-Anteile das Schiedsgerichtsverfahren bewusst zu verzögern. "Wir wollen sämtliche Hypo-Aktien zurück", deponierte Sobotka in den "Niederösterreichischen Nachrichten".

Am morgigen 15. Dezember wird nach Informationen des Blatts jene Option ungenutzt verstreichen, die ÖVAG-Chef Franz Pinkl der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien für den Kauf des 41-Prozent-Anteils der niederösterreichischen Hypobank eingeräumt hat.

Raiffeisen konnte bisher nicht zum Zug kommen, weil das Land Niederösterreich als Hypo-Mehrheitseigentümer auf dem Standpunkt steht, dass ein Direktverkauf von der Volksbanken AG an Raiffeisen ohne ausdrückliche Zustimmung des Landes rechtlich nicht gedeckt ist. In dieser Frage läuft derzeit gerade eine Feststellungsklage des Landes.

Außerdem hat das Land wie berichtet ein Schiedsgerichtsverfahren eingeleitet, weil es der Volksbanken AG unterstellt, man habe das Land beim Hypo-Deal bewusst hintergehen wollen, um den Mehrwert aus dem Verkaufserlös alleine einzustreifen.

Vorwurf der bewussten Verzögerung

Mittlerweile wirft Finanzlandesrat Sobotka der Österreichischen Volksbanken AG vor, das Schiedsgerichtsverfahren bewusst zu verzögern. "Man hofft, dass wir von unserer Linie, sämtliche Hypo-Aktien zurückzufordern, abweichen werden", sagt Sobotka gegenüber der "NÖN". Er macht allerdings klar: "Weder ich noch Landeshauptmann Pröll werden von diesem Punkt abrücken. Wir wollen sämtliche Hypo-Aktien zurück - Pinkl & Co. und auch deren Aufsichtsrat werden das akzeptieren müssen."

ÖVAG-Chef Pinkl habe nur zwei Möglichkeiten: "Entweder man führt das Schiedsgerichtsverfahren rasch mit Anstand und ohne Taktiererei durch - oder man macht uns gleich ein faires Verkaufsangebot für die Hypo-Anteile."

Erst wenn sich alle Hypo-Aktien wieder in Landesbesitz befinden würden, könne man die Suche nach einem neuen strategischen Partner beginnen, sagte Sobotka. Hier sei aber alles offen. (APA)

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    Niederösterreichs Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka wirft der Österreichischen Volksbanken AG vor, das Schiedsgerichtsverfahren bewusst zu verzögern.

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