Neues Feuer in Treibstofflager ausgebrochen

28. Dezember 2005, 13:09
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Die Explosionsgefahr ist jedoch endgültig gebannt - Möglicherweise hat Tankwagen Feuer ausgelöst

London - Drei Tage nach Ausbruch des verheerenden Brandes in einem Treibstofflager bei London haben Spezialisten von Polizei und Feuerwehr am Mittwoch weiter nach den Ursachen geforscht. Das Buncefield-Treibstofflager sei erst zwei Wochen vor dem Unglück inspiziert worden, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Es habe jedoch keinerlei Hinweise auf Sicherheitsmängel gegeben.

Möglicher Auslöser

Britische Medien berichteten, ein Tankwagenfahrer, der unmittelbar vor der Explosion am Unglücksort war, gebe sich eine Mitschuld an dem Desaster. Möglicherweise habe ein Funke aus dem Motor seines Tankwagens die erste große Explosion ausgelöst. Eine Bestätigung dafür gab es jedoch nicht.

Die Explosion könne eben so gut im Inneren eines der mit Öl, Benzin und Kerosin gefüllten Tanks entstanden sein, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Obwohl der Tankwagen-Fahrer das Unglück aus nächster Nähe miterlebte, kam er den Berichten zufolge mit Quetschungen und einem gerissenen Trommelfell davon. Nach fast 60 Stunden war es den Einsatzkräften am Dienstagabend gelungen, den durch mehrere Explosionen ausgelösten Großbrand in Hemel Hempstead zu löschen.

In der Nacht auf Mittwoch war ein neues kleineres Feuer in einem der Tanks ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte die Flammen jedoch schnell unter Kontrolle bringen. Die Explosionsgefahr sei gebannt, sagte ein Sprecher. Es könne bis zu zwei Tage dauern, bis das Feuer ausgebrannt sei. "Würden wir das Feuer löschen, entstünde eine Wolke aus Öldampf. Und wir glauben, dass die Explosion ursprünglich von einer solchen Wolke ausgelöst wurde", sagte der Sprecher.

Mittlerweile konnten die meisten Menschen aus den umliegenden Ortschaften wieder in ihre Häuser zurückkehren. Auch die meisten Schulen nahmen am Mittwoch ihren Unterricht wieder auf. Bei Tests seien in der Luft keinerlei gesundheitsschädliche Stoffe mehr festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Dennoch rieten sie den Anrainern, Türen und Fenster noch geschlossen zu halten.

Bei dem nach Meinung von Experten größten Industriebrand Europas seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war wie durch ein Wunder niemand getötet worden. 43 Menschen erlitten zumeist leichte Verletzungen und konnten die Krankenhäuser bis Mittwoch bis auf wenige Ausnahmen wieder verlassen. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen bei umgerechnet mindestens hundert Millionen Euro. (APA)

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