Hintergrund: Die Schwerarbeiterregelung im Detail

3. März 2006, 15:45
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Voraussetzungen ab 2007 bzw. ab 2020

Wien - Die Verordnung zur neuen Schwerarbeiterregelung wird heute Nachmittag in Begutachtung geschickt. De facto wird zwischen zwei Regelungen unterschieden, jener die im Übergangsrecht bis 2019 zu tragen kommt und jener, die ab 2020 als Dauerrecht implementiert werden soll. Nötig wird diese Unterscheidung dadurch, dass sich der Nachweis früherer Schwerarbeiterjahre in einem Feldversuch der Pensionsversicherungsanstalt als kaum möglich erwiesen hat. Im Folgenden die wichtigsten Details.

GRUNDVORAUSSETZUNG:

Sowohl im Übergangs- als auch im Dauerrecht müssen 45 Versicherungsjahre nachgewiesen werden.

Im Übergangsrecht müssen während der letzten 20 Jahre 10 Jahre Schwerarbeit geleistet worden sein. Im Dauerrecht sind 15 Schwerarbeitsjahre während der gesamten Berufstätigkeit erforderlich.

WEITERE VORAUSSETZUNGEN (sowohl im Übergangs- als auch im Dauerrecht):

- Arbeiten bei extremer Hitze oder Kälte (z.B. im Kühlhaus oder eine Gießerei)

- Arbeiten unter chemischen oder physikalischen Einflüssen (z.B. mit Phosphor, Blei)

- Besonders belastende Arbeiten im Pflegebereich (z.B. Tätigkeit in der Hospiz- oder Palliativmedizin)

- Schwere körperliche Arbeit (Männer 2.000 Arbeitskalorien, Frauen 1.400 Arbeitskalorien), eine Berufsliste dient als Arbeitsbehelf für die Träger

- Arbeit im Schicht- und Wechseldienst, sofern auch Nachtdienste erfüllt werden müssen (6 Stunden in der Zeit von 22 bis 6 Uhr an 6 Arbeitstagen pro Monat)

- Erwerbstätige Behinderte ab Bezug von Pflegegeldstufe 3.

- Für die Exekutive sollen entsprechende Regelungen im (noch zu schaffenden) Bundesmitarbeitergesetz festgelegt werden

ANTRITTSALTER:

Im Übergangsrecht ist ein Pensionsantritt mit 60 möglich.

Im Dauerrecht hängt das Datum des frühest möglichen Pensionsantritts von der Dauer der Schwerarbeit ab. Bei 15 Jahren Schwerarbeit Antritt mit 62 und 3 Monaten, bei 20 Jahren Schwerarbeit Antritt mit 60.

ABSCHLÄGE:

Im Übergangsrecht 1,8 Prozent jährlich.

Im Dauerrecht stufenweise zwischen 2,1 und 0,85 Prozent. Bei 15 Jahren Schwerarbeit 2,1 Prozent, bei 20 Jahren 1,85 Prozent. (APA)

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