Preise für sechs medizinische Forscherteams aus Wien

14. Dezember 2005, 14:07
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Wien - Sechs medizinische Forschergruppen aus Wien sind für ihre wissenschaftlichen Anstrengungen belohnt worden. Sie erhielten am Mittwoch den Theodor-Billroth-Preis der Wiener Ärztekammer und den Forschungsförderungspreis der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG.

Billroth-Preis

Billroth-Hauptpreisträger ist Marcus Säemann von der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III. Er wurde für eine Arbeit ausgezeichnet, die sich mit der Abwehr von Harnwegsinfekten beschäftigt. Der Mediziner und seine Mitarbeiter konnten die bisher unbekannte Rolle des am häufigsten im menschlichen Urin vorkommenden Proteins, des Tamm-Horsfall Proteins (THP), entschlüsseln. Mit den gewonnenen Daten kann nun erklärt werden, dass im Harn offensichtlich ein antimikrobielles Protein existiert, das vor Infekten schützt, indem es das lokale Immunsystem aktiviert.

Die beiden weiteren Billroth-Preisträger sind Christoph Höller von der Wiener Universitätsklinik für Dermatologie und Eva Untersmayr vom Wiener Institut für Pathophysiologie. Höller hat in seiner Studie wichtige Hinweise für ein verbessertes Ansprechen von Melanomzellen auf eine zytostatische Therapie geliefert. Untersmayr und ihre Co-Autoren haben gezeigt, dass die Behinderung der Magenverdauung zu einer erhöhten Gefahr bei bestehenden Nahrungsmittelallergien führt.

Forschungsförderungspreis der Ersten

Erster Preisträger des diesjährigen Forschungsförderungspreises der Erste Bank ist Peter Petzelbauer von der Wiener Universitätsklinik für Dermatologie. Er beschäftigt sich mit der Erforschung der Endothelzellen, die die Blutgefäße an ihrer Innenseite auskleiden. Weitere Preisträger sind Johannes Grisar (Klinische Abteilung für Rheumatologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III), der zeigen konnte, dass endotheliale Vorläuferzellen bei Patienten mit chronischer Polyarthritis in Abhängigkeit von der Krankheitsaktivität vermindert sind, und Erwin Rieder von der Wiener Universitätsklinik für Chirurgie, der sich in seiner Arbeit mit der Immunreaktion gegenüber zellfreien Herzklappenprothesen tierischen Ursprungs beschäftigte.(APA)

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