Alkohol-Vortestgeräte ab 15. Dezember in Einsatz

14. Dezember 2005, 20:11
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Vortestgeräte ersetzen nicht den Atemtest am Alkomaten

Wien - Ab 15. Dezember kommen die so genannten Alkoholvortestgeräte in Österreich zum Einsatz. Für eine Testphase hat das Innenministerium 200 Geräte der Firma Envitec zu einem Preis von je 500 Euro angekauft, die an die Landespolizeikommanden ausgeliefert werden. Ressortchefin Liese Prokop erklärte über den Ankauf weiterer Geräte wird man in einigen Monaten entscheiden.

Die Vortestgeräte ersetzen nicht den Atemtest am Alkomaten, wie Prokop betonte. Wenn der Vortest einen Verdacht auf Alkoholisierung ergibt, wird der betroffene Lenker zum Alkomaten gebeten. "Wenn sich am Vortestgerät deutlich zeigt, dass da nichts ist, kann der Autofahrer seinen Weg fortsetzen", so die Ministerin. Der Vorteil des nun gekauften Produkts bestehe darin, dass es - im Unterschied zum Alkomaten - keine Aufwärmphase benötige. Prokop: "Es ist eine deutlich größere Durchtestung möglich."

Die Vortestgeräte können nicht geeicht werden, deswegen ist ein überhöhter Promillewert ohne Überprüfung durch den Alkomaten auch nicht strafbar. Es gebe auch mehr Fehlerquellen, erklärte die Ministerin, die sich ursprünglich skeptisch gegenüber Vortestgeräten gezeigt hatte.

Autofahrer, die den Vortest verweigern, werden gleich zum Alkomaten gebeten. Wer ihn nicht durchführen will, macht sich strafbar. Das kostet 1.162 bis 5.813 Euro bzw. zwei bis sechs Wochen Ersatzarrest. In der Alkoholvortestgeräteverordnung, die in der Nacht auf Donnerstag in Kraft tritt, ist ein spezifischer Wert von 0,22 Milligramm pro Liter vorgesehen. Wer diesen Wert aufweist oder übertrifft, muss am Alkomaten überprüft werden. (APA)

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