"Frauen in Weiß" ausgezeichnet

14. Dezember 2005, 13:50
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Kuba verhinderte Sacharow-Preis-Übernahme durch Ausreiseverbot

Straßburg - Mit scharfer Kritik an der kubanischen Regierung hat EU-Parlamentspräsident Josep Borrell am Mittwoch in Straßburg den renommierten Sacharow-Preis für geistige Freiheit an die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF/RoG) und die nigerianische Anwältin Hauwa Ibrahim überreicht. Die dritten Gewinnerinnen des Menschenrechtspreises des Europaparlamentes, die kubanische Vereinigung Frauen in Weiß, konnten nach einem Ausreiseverbot nicht an der Verleihung in Straßburg teilnehmen. "Ich glaube ich spreche im Namen des ganzen Parlamentes, wenn ich die Haltung der kubanischen Behörden bedauere und verurteile", sagte Borrell.

Protest der Frauen

Die Frauen in Weiß ("Damas de Blanco") protestieren seit 2004 jeden Sonntag friedlich gegen die Inhaftierungen ihrer Männer, Brüder und Söhne, die als Regimekritiker in Kuba festgenommen wurden. Ihre weiße Kleidung steht symbolisch für Unschuld und Reinheit. Sie baten das Europaparlament darum, ihren Preis nun in Kuba zu überreichen. Borrell versprach hingegen, sie im EU-Parlament feierlich zu empfangen, sobald ihre Ausreise möglich ist.

Die weiteren GewinnerInnen

Anwältin Hauwa Ibrahim verteidigt Frauen, die in den muslimischen Teilen Nigerias wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt wurden. Bezahlt wird sie dafür nicht. Die Muslimin setzt sich trotz vehementer Einschüchterungsversuche gegen den religiösen Fundamentalismus ein. "Reporter ohne Grenzen" kämpft weltweit für Pressefreiheit und versucht, JournalistInnen vor Unterdrückung und Zensur zu schützen. Der mit 50.000 Euro dotierte Sacharow-Preis wird seit 1988 jährlich verliehen. Die Auszeichnung ist benannt nach dem sowjetischen Dissidenten, Atomforscher und Träger des Friedensnobelpreises von 1975, Andrej Sacharow (1921-1989). (APA/dpa)

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