Boris Taslitzky 94-jährig gestorben

14. Dezember 2005, 13:10
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Französischer Maler, Vertreter des Sozialistischen Realismus

Paris - Der französische Maler und frühere Buchenwaldhäftling Boris Taslitzky ist im Alter von 94 Jahren in Paris gestorben. Wie seine Familie am Mittwoch mitteilte, starb er bereits am Freitag in einem Krankenhaus der Hauptstadt. Der 1911 als Sohn jüdischer russischer Eltern in Paris geborene Taslitzky war ein Freund der Maler Pablo Picasso und Alberto Giacometti sowie des Schriftstellers Louis Aragon. Der Vertreter des Sozialistischen Realismus wurde unter anderem durch seine Porträts bekannt, die er unter Lebensgefahr als Häftling im KZ Buchenwald auf gestohlenem Schreibpapier der SS malte.

Seine Bilder hängen in großen Galerien von London bis Moskau. Von der Kunstszene in Frankreich wurde er jedoch weitgehend ignoriert. Den großen Trend des 20. Jahrhunderts zum Abstrakten machte Taslitzky nicht mit und blieb seinen künstlerischen Wurzeln verhaftet.

Er engagierte sich gegen Krieg und Faschismus, wurde von den Nazis festgenommen, konnte entkommen und schloss sich der Resistance an. Später wurde er wieder festgenommen und 1944 als politischer Gefangener nach Buchenwald deportiert. "Ich habe immer für Frieden und eine Umgestaltung der Welt gekämpft, und das ist heute noch wichtiger", sagte er anlässlich seines 90. Geburtstag. (APA/Reuters)

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